Ich liebe mein Clean-Eating-Frühstück! Ob Overnight Oats, Porridge (bzw. Oatmeal) oder „normales“ Müsli – meist sind Haferflocken dabei. Auch Haferflocken liebe ich – aber ganz ehrlich: irgendwann werden sie auch ein wenig langweilig. Deshalb stelle ich euch heute einige Alternativen zu Haferflocken vor. Einige davon sind glutenfrei!

Bevor ich euch die Alternativen vorstelle, kommen hier ein paar Informationen zu Haferflocken:

Haferflocken

Haferflocken sind  – wie alle Flocken, die ich euch heute vorstelle – sehr gesund. Sie haben einen hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten, Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen. Haferflocken haben aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Alternativen, die ich euch heute vorstelle: sie sind sehr günstig, meist schon für wenige Cent erhältlich – und das vor allem wirklich überall.

Dennoch werden sie dem einen oder anderen vielleicht irgendwann zu langweilig, weshalb ich euch heute acht andere Flocken vorstelle:

 

Dinkelflocken

Dinkel ist eine Urform des Weizens und eine der ältesten Getreideformen überhaupt. Dinkel ist sehr gesund. So enthalten die aus Dinkel hergestellten Dinkelflocken unter anderem enthalten mehr sättigende Ballaststoffe als Haferflocken. Dinkel hat außerdem einen hohen Gehalt an Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Dinkelflocken sind in den Overnight Oats etwas fester als die „zarten“ Haferflocken, und schmecken ein wenig nussig – aber mindestens genauso lecker wie Haferflocken! Auch Dinkel enthält Klebereiweiß und ist für Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) nicht geeignet.

 

Roggenflocken

Roggen hat einen hohen Anteil an Ballaststoffen und enthält die Mineralstoffe Kalium, Phosphor und Magnesium, außerdem Aminosäuren, B-Vitaminen und Vitamin H. Aufgrund der hohen Nährstoffdichte kann ein regelmäßiger Verzehr von Roggen unter anderem Haut, Haare und Nägel positiv beeinflussen bzw. stärken. Roggen ist ein glutenhaltiges Getreide, das vorwiegend zum Backen von Brot und Brötchen verwendet wird – die schonend gedämpften und gewalzten Roggenflocken sind aber eine leckere Alternative zu Haferflocken, wenn auch etwas kerniger.

 

Emmerflocken

Emmer wird wegen seines Aussehens auch Zweikorn genannt und ist ein Urkorn bzw. Urgetreide, das fast schon als ausgestorben galt. Sein Anbau lässt sich bis 3.000 vor Christus zurückverfolgen. Emmer gilt als Vorfahre des Hartweizens. Gemeinsam mit der Gerste war er lange Zeit ein Hauptgetreide in Mitteleuropa und wurde in jüngster Zeit wiederentdeckt. Das Urgetreide ist im Anbau sehr arbeitsaufwändig und die Erträge fallen deutlich geringer aus als z.B. beim Weizen. In Europa wird Emmer nur noch selten angebaut. Deshalb ist er auch teurer. Emmer hat gegenüber Weizen aber auch einige Vorteile. Der in meinen Augen wichtigste: Emmer ist eine alte, unverfälschte Getreidesorte, die von den Züchtern nur wenig bearbeitet wurde. Er ist außerdem sehr nährstoffreich und hat so beispielsweise einen sehr hohen Mineralstoff- und Eisengehalt und ist wesentlich proteinreicher als Weizen. Außerdem enthält er viel Magnesium und Zink. Das Getreide ist glutenhaltig und deshalb nicht für Menschen mit Zöliakie geeignet. Aus den Emmerkörnern werden Emmerflocken* hergestellt, die nussig und herzhaft schmecken. In den Overnight Oats sind sie eine tolle Abwechslung!

 

Hirseflocken (glutenfrei)

Hirse zählt zur Gattung der Süßgräser und ist eine der ältesten Getreidesorten der Welt. Hirse ist reich an Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium und Kalium und enthält im Vergleich zu anderen Getreidesorte besonders viel Silizium, das eine Aufbau- und Stützfunktion besitzt und beispielsweise das Bindegewebe festigt. Darüber hinaus enthält Hirse Eisen und Eiweiß, Vitamin C, E und verschiedene B-Vitamine. Hirse wird nur ohne Schale verzehrt und ist genau genommen kein Vollkornlebensmittel – daher ist auch der Ballaststoffgehalt geringer als bei Vollkorngetreideprodukten. Dennoch enthält Hirse komplexe Kohlenhydrate, die langanhaltend sättigen. Wichtig: Hirseflocken nach dem Öffnen gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 14 Tagen verbrauchen – sie werden schnell ranzig!

 

Kamutflocken

Kamut ist, genau wie Emmer, ein sogenanntes Urgetreide, das aus Ägypten oder dem Iran stammt (dazu gibt es verschiedene Theorien) und schon vor 6.000 Jahren angebaut wurde. Wie Emmer ist es in Vergessenheit geraten. Beide Getreidesorten erleben aber langsam ihr Comeback. Kamut ist eine Kulturform des Hartweizens, die aus dem Wilden Emmer hervorgegangen ist. Kamutflocken* ähneln den Haferflocken, sie sind aber ungefähr doppelt so groß. Kamut ist ein sehr nahrhaftes Getreide. Er enthält bis zu 40% mehr Proteine als andere Weizensorten und auch der Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist höher als bei anderen Weizensorten. Wie alle Weizensorten enthält auch Kamut Gluten und ist daher für Menschen mit Glutenunverträglichkeit nicht geeignet. Kamut schmeckt mild und leicht nussig und macht sich ebenfalls gut in Overnight Oats.

 

Buchweizenflocken (glutenfrei)

Trotz seines Namens handelt es sich bei Buchweizen nicht um ein Getreide – Buchweizen stammt aus der Familie der sogenannten „Knöterichgewächse“ und enthält kein Gluten. Dafür hat Buchweizen einen hohen Gehalt an Eiweiß, Eisen, Kalium, B-Vitaminen und Aminosäuren.

 

Reisflocken (glutenfrei)

Genau wie Sojaflocken sind auch Reisflocken* glutenfrei und somit auch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit geeignet: Sie enthalten eine Menge komplexer Kohlenhydrate und sättigen lange. Sie werden oftmals als Basis für Babybreie verwendet und schmecken auch in Overnight Oats hervorragend. Reisflocken sind relativ klein – viel kleiner als zum Beispiel die Emmer- oder Kamutflocken und im Geschmack sehr mild.

Quinoaflocken (glutenfrei)

Quinoa ist super vielseitig: Ich nutze das Pseudogetreide gerne zum Kochen, mache aber meist Hauptgerichte daraus, wie zum Beispiel meine Quinoa-Pfanne mit Pfifferlingen und Bohnen, die Auberginen mit Dattel-Minz-Quinoa, oder meine Rote-Bete-Bolognese mit Quinoa. Ein süßes Gericht mit Quinoa, das ich hier auf dem Blog veröffentlicht habe, ist der Erdbeer-Mango-Quinoa-Salat. Quinoaflocken sind gewalzte Quinoakörner, die Hafer- und andere (Pseudo-) Getreideflocken ganz einfach ersetzen können. Viele weitere Infos über Quinoa findest du hier.

Welche (Pseudo-) Getreideflocken mögt ihr am liebsten?

Gesundheitswissenschaftlerin aus Leidenschaft: ich bin Hannah, das Gesicht hinter Projekt: Gesund leben. Ich blogge über Clean Eating, Fitness und Entspannung – also alles rund um das Thema Gesundheit. Zu einem gesunden Leben möchte ich auch dich motivieren und inspirieren. Ich freue mich, wenn du mir auf Facebook, Instagram, Twitter und Bloglovin folgst und meinen Newsletter abonnierst.

28 Kommentare
      • Helmut
        Helmut sagte:

        Hallo Hannah!
        Ich treibe viel Ausdauer-Sport und würde gerne wissen, ob Dinkelflocken besser oder schlechter als Haferflocken sind. Auch auf den Aspekt gesehen, dass ich keine Muskelmasse aufnehmen möchte.
        Danke für deinen Rat und Gruß
        Helmut

  1. Sandra
    Sandra sagte:

    Ich glaube ich hatte mal Hirseflocken, die waren ähnlich wie die Reisflocken und sehr lecker.
    Danke für die Auflistung :) Emmer und Einkorn gibt es bei uns im Biosupermarkt, aber probiert habe ich es noch nie.

    Antworten
  2. Krisi
    Krisi sagte:

    Ich kann dir zu stimmen, wobei mir eigentlich Haferflocken tatsächlich nicht langweilig werden. Ab und zu mische ich gerne noch Hirseflocken und Quinoaflocken dazu, sehr lecker und sehr gesund!=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    Antworten
  3. Cora
    Cora sagte:

    Danke für die vielen Ideen und Anregungen! Ich variiere auch immer gerne bei meinen overnight-oats, zum einen, damit es spannend bleibt, aber auch, um möglichst viele verschiedene gesunde Lebensmittel im Sinne einer vielseitigen Ernährung zu mir zu nehmen. Meist nehme ich im Wechsel Dinkel-, Quinoa- und Hirseflocken, wobei ich finde, dass sowohl Quinoa als auch Hirse einen recht eigenen Geschmack haben – muss man mögen… Buchweizenflocken möchte ich schon länger mal ausprobieren, habe sie aber noch nirgendwo entdeckt. Gibt’s da einen Tipp? Eigentlich habe ich mehrere gut sortierte Bioläden schon „durchsucht“ ;)

    Antworten
    • Hannah Frey
      Hannah Frey sagte:

      Hallo Cora,

      Quinoaflocken habe ich in meinem Bio-Supermarkt noch nicht gesehen, ich halte mal die Augen offen. Buchweizenflocken hingegen gibt es in meinem Bio-Markt. Alternativ halt online.

      Liebe Grüße,
      Hannah

      Antworten
  4. Sandra
    Sandra sagte:

    Danke für die tollen Anregungen. :) Aussagen über den Mineralgehalt von Getreideflocken sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da Getreide Phytinsäure enthält, welche die Aufnahmefähigkeit der Mineralien stark beeinträchtigt!

    Antworten
  5. Nicole
    Nicole sagte:

    Hallo wirklich ein schöner Beitrag. Ich nehme immer 2 EL Haferfl. und 2 EL Dinkelflocken als Basis beides feinblatt. Was ich nicht verstehe ich warum es für dich ein Vorzug ist wenn ein Getreide nur wenige züchterisch bearbeitet wurde, wie du es beim Emmer geschrieben hast?
    LG Nicole

    Antworten
  6. Kathi
    Kathi sagte:

    Meine Mutter ist gegen viele Getreidesorten allergisch und nimmt jetzt Erdmandelflocken. Die gibt es zum Beispiel im Reformhaus und sind auch echt lecker.

    Antworten
  7. Kristina
    Kristina sagte:

    Hallo Hannah, hast Du ausschließlich Flocken getestet oder auch ganze Körner und Kleie? Was ist Deine Meinung hierzu? Ich frühstücke nämlich morgens immer Haferkleie und war bislang der Meinung, sie sei besonders gesund. Viele Grüße

    Antworten
  8. Andrea Grasberger
    Andrea Grasberger sagte:

    Danke Hanna für Deine tollen Beiträge. Ich werde nal andere Flockensorten ausprobieren. Bin immer offen für neues. Zur Zeit mache ich eine Fastenwoche aber danach probiere ich. Lg :-)

    Antworten
  9. Michael
    Michael sagte:

    Hallo,

    ich nehme seit einiger Zeit Dinkelhaferflocken! Finde ich sehr lecker, haben auch sehr viel Eiweiß auf 100g!
    Oder Dinkelvollkornflocken auch gut.

    LG

    Michael

    Antworten
  10. Kerstin
    Kerstin sagte:

    Super Beitrag! Danke dafür :)
    Ich vertrage Haferflocken nicht besonders gut, deshalb finde ich es klasse hier ein paar Alternativen vorgestellt zu bekommen!!
    Mein Müsli mag ich persönlich lieber crunchy und nicht so matschig und breiig… ist das bei den Haferflocken-Alternativen der Fall oder sind die dann eher nicht geeignet für overnight oats? Bin dankbar für Tipps ;)
    Liebe Grüße und weiter so!!

    „If it’s a plant – eat it! If it’s made in one – don’t“

    Antworten
  11. Freigeist
    Freigeist sagte:

    Hallo Hannah, ich wollte nur rückmelden, dass ich deinen Artikel in meinen (Link oben, Nummer 19) eingebaut hab, weil ich ihn hilfreich und informativ fand :)
    Liebe Grüße, Moni

    Antworten
  12. Efia
    Efia sagte:

    mir wird Hafer nicht langweilig, esse ihn aber als Keimling, ebenso Sonnenblumenkerne. Bei Obst gehe ich saisonal vor, und wo immer möglich auch regional. Verschiedene Nüsse und Kerne wechseln. Deshalb fallen für mich viele der exotischen Flocken hinten runter. Außerdem kommt kaum etwas an Hafer ran bzgl. Nährwert. Übrigens auch und besonders für den Sportler. Nicht umsonst haben Pferde Hafer bekommen wenn sie Leistung bringen sollten. Nicht zu vergessen: Die gekauften Haferflocken sind alle gedämpft, also nur bedingt clean – jedenfalls in meinen Augen.

    Antworten
  13. Daniela
    Daniela sagte:

    Haferflocken sind von Natur aus auch glutenfrei, nur kommt es bei der Verarbeitung oft zu Kreuzkontamination.

    Antworten
  14. Mirja
    Mirja sagte:

    Wenn schon overnight, dann gehen auch Grünkern, Buchweizen oder dinkelkorn gut. Wir mixen die kurz in unserem Mixer (eigentlich eine Krupps Kaffeemahlmaschine) an und weichen es mit Flocken, Chia und co. Über Nacht ein… fertig ist ein super gutes Frühstück!

    Antworten
  15. Andrea
    Andrea sagte:

    Ich verwende sonst Haferflocken oder Dinkelflocken. Alle anderen Arten (bis auf Reis- und Hirseflocken) habe ich bei uns noch nicht gesehen. Bin aber auch aus Österreich ^^.. Mein Problem jetzt mit Hirseflocken, hatte mir Overnight Oats damit gemacht und finde die schmecken total bitter :/ Liegt das an den Flocken oder an der Zubereitung?

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.