Zucker – Das Kokain unserer Zeit

Dass Zucker uns ähnlich abhängig macht wie Kokain, habe ich zum ersten Mal in „Hungry for change“, einem amerikanischen Film, der sich mit Gesundheit, Ernährung und der Lebensmittelindustrie und deren Werbelügen auseinandersetzt, gehört. Die Ausführungen im Film fand ich plausibel und nachvollziehbar. Da ich selbst versuche, meinen Zuckerkonsum auf ein Minimum zu reduzieren, hat mich der Vergleich von Zucker und Kokain besonders interessiert und ich habe mich intensiv mit der Thematik beschäftigt – inklusive Selbstversuch, aber dazu später mehr.

Zucker Das Kokain unserer Zeit


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Bericht veröffentlicht, der den Zusammenhang zwischen Zucker in industriellen Lebensmitteln und dem Anstieg ernährungsbedingter Erkrankungen wissenschaftlich betrachtet. Jeder Deutsche nimmt durchschnittlich 34 kg Zucker pro Jahr zu sich – das sind ca. 100g Zucker pro Tag! Daraus resultieren unzählige Krankheiten wie Diabetes, Karies, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sodbrennen, Verdauungsprobleme, aber auch Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche.

An der Princeton University wurde in einem Experiment an Ratten nachgewiesen, dass regelmäßiger Zuckerkonsum Veränderungen im Gehirn verursacht – ähnlich wie bei Kokainabhängigkeit. Beim Entzug von Zucker zeigten die Ratten starke Entzugserscheinungen. Zucker kann also, wie andere Drogen und Rauschgifte, die Gesundheit zerstören und Krankheiten auslösen. Im Laufe der Zeit wird unser Gehirn abhängig von Zucker. Ähnlich wie bei Alkohol, Kokain, Nikotin und anderen Drogen stimuliert Zucker das Belohnungszentrum in unserem Gehirn so sehr, dass Zucker zur Abhängigkeit führen kann.

Sehr vereinfacht erklärt, löst Zucker in unserem Blut schon wenige Minuten nachdem wir ihn verzehrt haben, die Produktion von Insulin aus. Das Insulin aktiviert dann die Bildung eines Stoffes, aus dem im Gehirn das „Glückshormon“ Serotonin erzeugt wird.

Den eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren, ist gar nicht so einfach. Man findet kaum industriell gefertigte Produkte, die keinen Zucker enthalten. Die Inhaltsstoffe auf der Verpackung sollte man genau lesen und folgende Inhaltsstoffe meiden: Fruktose, Dextrose, Maltose, Glukose und Melasse.

Aber wie wirkt sich der Entzug von Zucker auf unseren Körper aus? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Verzicht anfangs schwer ist, aber schon nach wenigen Tagen hat der Körper sich an den Zuckerentzug gewöhnt und das Verlangen nach Zucker lässt nach. Mit einer zuckerarmen Ernährung ist man nicht nur leistungsfähiger und fitter, man fühlt sich auch insgesamt einfach besser.

Folgende Aspekte haben mir dabei geholfen, meinen eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren:

  • Regelmäßig essen. Idealerweise sollte man 5 kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen, da sonst der Blutzuckerspiegel sinkt. Dann wird man hungrig und hat ein gesteigertes Verlangen nach Süßem, außerdem arbeitet man mit einem stabilen Blutzuckerspiegel viel konzentrierter und produktiver.
  • Frühstücken. Ein gesundes Frühstück enthält Proteine, Obst und gesunde Fette (z.B. Nüsse). Selbstgemachtes Müsli beispielsweise ist ein ideales Frühstück (das gekaufte enthält viel Zucker).
  • Vollwertig essen. Je unbehandelter Nahrungsmittel sind, desto weniger industriellen Zucker enthalten sie. Also besser selber kochen als Fertiggerichte kaufen.
  • Bewegung. Bringt neue Energie, macht fit und stoppt die Lust auf Zucker.
  • Genügend Schlaf. Aufgrund des Energiemangels, der durch zu wenig Schlaf entsteht, wird das Verlangen nach Zucker bei Schlafmangel gesteigert.
  • Keinen Zucker und Süßigkeiten zu Hause und auf der Arbeit aufbewahren.
  • Keine künstlichen Süßstoffe (Light-Lebensmittel und -Getränke) als Ersatz für Zucker verwenden, denn diese sind noch gesundheitsschädlicher als Zucker.

Probier einfach aus, deinen Zuckerkonsum zu reduzieren und du wirst merken, dass du dich nach wenigen Tagen bereits viel besser und leistungsfähiger fühlst.

3 Comments

  • Pingback: Vorsicht Zuckersucht! - Der Müsli-Blog
  • Sven sagt:

    Hallo Hannah,

    vielen Dank für den Beitrag! Auch ich habe vor ein paar Tagen beschlossen, daß Thema Zuckerarme Ernährung ernst zu nehmen und meinen Zuckerkonsum zu reduzieren.
    Und ich recherchiere zur Zeit zu dem Thema, dadurch kam ich auf Dein/-en Blog.

    Gruß
    S

  • Helen sagt:

    Hallo Hannah, ich lebe gerade seit 3 Wochen ayurvedisch, 2x pro Woche gibts noch eine Art natürlichen Zucker (Jaggari) sonst fehlt mir das weiße Gold überhaupt nicht. Mal sehen wie es läuft wenn ich zurück komme…dann stöber ich nochmal auf deinem Blog um Zuckerfrei zu bleiben :)

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