Zucker – macht Zucker so abhängig wie Drogen?

Es ist gar nicht so einfach, im heutigen Zucker-Dschungel einen klaren Durchblick zu behalten. Jeder von uns weiß, dass Zucker in vielen verarbeiteten Nahrungsmitteln zu finden ist und genau dieser „isolierte Zucker“ ist auch so gefährlich für die Gesundheit. Haushaltszucker bietet dem Körper keine gesundheitsförderlichen Bestandteile, also überhaupt keine Vitamine, Mineralien, sekundären Pflanzenstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe oder dergleichen. Hingegen kann er aber viele gefährliche Krankheiten hervorrufen und sogar süchtig machen. Aber hat Zucker denselben Effekt wie Drogen? In diesem Artikel findest du meine Antwort auf diese Frage.   

Zucker – ein gefährlicher Wegbereiter für verschiedene Krankheiten 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Bericht veröffentlicht, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Zucker in industriellen Lebensmitteln und dem Anstieg ernährungsbedingter Krankheiten wissenschaftlich betrachtet. Jeder Deutsche nimmt durchschnittlich 34 kg Zucker pro Jahr zu sich – das sind ca. 100 g Zucker pro Tag! Daraus resultieren unzählige Krankheiten wie Diabetes, Karies, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sodbrennen, Verdauungsprobleme, aber auch Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche. 

Studie der Universität Princeton zum regelmäßigen Zuckerkonsum 

Zucker hat wesentliche Auswirkungen auf den Körper und zu Recht wird auch von der „Zuckersucht“ gesprochen. Zucker ruft im Gehirn einen Belohnungseffekt hervor, der vergleichbar ist mit dem Effekt, der im Gehirn auch nach dem Konsum von Rausch- und Betäubungsmitteln entsteht. Dieses Hochgefühl entwickelt sich vor allem im sogenannten „Nucleus accumbens“, dem vorderen Gehirnareal, schräg oberhalb der Augen. Dort befindet sich auch das Belohnungssystem.  

Sehr vereinfacht erklärt, löst Zucker in unserem Blut schon wenige Minuten nachdem wir ihn verzehrt haben, die Produktion von Insulin aus. Das Insulin aktiviert dann die Bildung eines Stoffes, aus dem im Gehirn das „Glückshormon“ Serotonin erzeugt wird. 

An der Princeton University wurde in einem Experiment an Ratten nachgewiesen, dass regelmäßiger Zuckerkonsum Veränderungen im Gehirn verursacht – ähnlich wie bei Kokainabhängigkeit. Beim Entzug von Zucker zeigten die Ratten starke Entzugserscheinungen.  

Zucker kann also, wie andere Drogen oder Rauschgifte, die Gesundheit zerstören und Krankheiten auslösen. Im Laufe der Zeit wird unser Gehirn „zuckersüchtig“ 

Zucker Das Kokain unserer Zeit

Ist Zucker wie eine Droge einzustufen? 

Allerdings muss hier auch gesagt werden, dass es Unterschiede zwischen den Auswirkungen des Zuckerkonsums und denen des Drogenkonsums beziehungsweise sonstigen Abhängigkeiten. Süchtige Personen verspüren ein unstillbares Verlangen nach einer bestimmten Substanz. Wird dem Organismus dieser Stoff letztendlich nicht zugeführt, kommt es zu verschiedenen Beschwerden und massiven Entzugserscheinungen: Es dreht sich alles nur noch um die jeweilige Droge! 

Der Zuckerkonsum schadet langfristig der Gesundheit, doch er beeinflusst das menschliche Verhalten bei Weitem nicht so stark wie der tatsächliche Drogenkonsum.  

Die verschiedenen Gehirnareale, die das Verlangen nach Drogen sowie die Lust auf Zucker steuern, überschneiden sich also. Trotzdem hält die Lust auf Süßes viel kürzer an und klingt nach einer gewissen Zeitspanne auch von alleine wieder ab.   

Zuckerkonsum erfolgreich reduzieren – der erste wichtige Schritt  

Den eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren, ist gar nicht so einfach. Man findet kaum industriell gefertigte Produkte, die keinen Zucker enthalten. Die Inhaltsstoffe auf der Verpackung sollte man genau lesen und folgende Inhaltsstoffe meiden: Fruktose, Dextrose, Maltose, Glukose und Melasse. 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Verzicht anfangs schwer ist, aber schon nach wenigen Tagen hat der Körper sich an den Zuckerentzug gewöhnt und das Verlangen nach Zucker lässt nach. Mit einer zuckerarmen Ernährung ist man nicht nur leistungsfähiger und fitter, man fühlt sich auch insgesamt einfach besser. 

Du kannst es auch schaffen und deinen Geschmack wieder umgewöhnen. Wenn du schon mal gefastet und in dieser Zeit auf Zucker verzichtet hast, weißt du, wie süß schon ein Stückchen Obst schmecken kann. Mit Disziplin und Durchhaltevermögen kannst du dein Gehirn wieder „umprogrammieren“.  

Weitere Infos dazu findest du hier. 

 

Hannah Frey
Ich bin Hannah Frey, Gesundheitswissenschaftlerin, Bloggerin und Kochbuch- und Ernährungsratgeber-Autorin. Ich helfe dir dabei, dich auch im stressigen Alltag mit wenig Aufwand gesund zu ernähren. Ich möchte dich zu einem gesunden Leben motivieren und inspirieren. Deshalb findest du hier jede Menge schnell zubereitete, einfache und alltagstaugliche Rezepte aus natürlichen Zutaten und ohne raffinierten Zucker – aber mit 100 % Geschmack!

5 Kommentare zu „Zucker – macht Zucker so abhängig wie Drogen?“

  1. Pingback: Vorsicht Zuckersucht! - Der Müsli-Blog

  2. Hallo Hannah,

    vielen Dank für den Beitrag! Auch ich habe vor ein paar Tagen beschlossen, daß Thema Zuckerarme Ernährung ernst zu nehmen und meinen Zuckerkonsum zu reduzieren.
    Und ich recherchiere zur Zeit zu dem Thema, dadurch kam ich auf Dein/-en Blog.

    Gruß
    S

  3. Hallo Hannah, ich lebe gerade seit 3 Wochen ayurvedisch, 2x pro Woche gibts noch eine Art natürlichen Zucker (Jaggari) sonst fehlt mir das weiße Gold überhaupt nicht. Mal sehen wie es läuft wenn ich zurück komme…dann stöber ich nochmal auf deinem Blog um Zuckerfrei zu bleiben 🙂

  4. hallo, ich will in der kommenden Fastenzeit zusammen mit meinem Mann auf Zucker verzichten und so evtl eine Ernährungsumstellung einleiten. Wir haben 3 Schulkinder. Was muss ich beachten?

  5. Hallo Hannah,

    danke für deinen tollen Beiträge / Bücher. Ich kann all deine Thesen bezüglich Zucker bestätigen.

    Zucker ist tatsächlich das Kokain unserer Zeit. Ich trinke seit 18 Jahren regelmäßig Energy-Drinks.
    Ich faste jedes Jahr 29/30 Tage. Das bedeutet, das ich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder esse noch Trinke.
    Nach der Fastenzeit fühle ich mich wie neu geboren. Danach holt mich wider der Zuckerteufel ein und alles fängt von vorne an.
    Ich weiß, das es mir ohne Zucker 1 Mio. Mal besser geht.

    Es ist genau, wie du es in deinen Beiträgen schreibst. Man ist energievoller, wach, energisch, sieht gesund aus (was bei mir nicht der Fall ist, wenn ich zu viel Zucker konsumiere), man fühlt sich fit und gesund. Die längste zeit, die ich mal ohne Energy-Drinks ausgekommen bin, waren 6 Wochen. Dann bin ich Rückfällig geworden. Ich fühle mich gerade wie ein Alkoholiker, wenn ich mir durchlese, was ich gerade schreibe…Man man man…Zucker – Das Kokain unserer Zeit

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