40 Tage ohne Zucker – Das passiert im Körper | Projekt: Zuckerfrei

Die nächste Runde der „Projekt: Zuckerfrei“-Challenge steht in den Startlöchern – kommenden Mittwoch, am 01. März 2017, dem Beginn der Fastenzeit, geht’s los! 40 Tage verzichten wir gemeinsam auf raffinierten Zucker und Zuckeralternativen. Eine Übersicht zum Abhaken der 40 Tage als Download findest du hier. Übrigens, da die Frage mit Sicherheit auch in diesem Jahr wieder aufkommen wird: Die Fastenzeit dauert offiziell vom 01.03. – 15.04.2017. Das sind mehr als 40 Tage, genau. Grund dafür ist, dass in der christlichen Fastenzeit die Sonntage nicht mitgezählt werden. Weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen findest du hier – ich werde die FAQ-Seite in den kommenden Tagen noch weiter ausbauen.

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Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Artikels: Schon innerhalb der 40 Tage Zuckerverzicht finden deutliche Veränderungen im Körper statt. 

Jeder Deutsche isst durchschnittlich 100g Zucker pro Tag – daraus resultieren unzählige Krankheiten und Gesundheitsprobleme. Die Nachteile des Zuckers überwiegen: Er enthält keine Vitamine oder Mineralstoffe, sättigt nicht, macht dafür krank und abhängig. Seine einzigen Vorteile: er schmeckt verdammt lecker und liefert schnelle Energie. Glukose ist zwar für viele Körperfunktionen lebensnotwendig – alleine unser Gehirn verbraucht jeden Tag rund 140 g! Unser Körper braucht aber keinen isolierten Zucker – denn auch die Stärke aus Getreide und Gemüse wird im Körper zu Glukose umgewandelt.

Zu Beginn können durch den Verzicht auf Zucker aber erst einmal Entzugserscheinungen auftreten. Körperliche Symptome können unter anderem Heißhungerattacken, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen und Gereiztheit sein.

Habt ihr diese Anfangsphase – die von Mensch zu Mensch unterschiedlich lange dauern kann und bei manchen glücklicherweise auch gar nicht erst auftritt – jedoch überstanden, sieht und fühlt man schnell die positiven Effekte des Zuckerverzichts:

Besseres Sättigungsgefühl

Ein zu hoher Fructosekonsum (gemeint ist hier künstlich hergestellte Fructose, nicht die natürliche Fructose, die in Obst und Gemüse vorkommt) führt auf Dauer zu einer Leptinresistenz: Das Sättigungshormon, das dem Gehirn normalerweise mitteilt, dass der Magen voll ist, tut seinen Dienst nicht mehr – was zu Übergewicht führt. Reduziert man Fructose-Glukose-Sirup und andere industriell hergestellte Fructosearten, führt dies zu einem verbesserten Sättigungsgefühl.

Gewichtsverlust

Anders als komplexe Kohlenhydrate, Proteine oder Fette, die im Darm zunächst aufgespalten oder umgewandelt werden müssen, gelangt Zucker auf direktem Weg ins Blut. Industriezucker hat eine hohe Energiedichte ohne dabei Vitamine oder Mineralstoffe zu enthalten. Es sind somit leere Kalorien, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln „versteckt“ sind. Der Blutzuckerspiegel steigt rapide an und die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Das Hormon schleust den Zucker in die Zellen und beschleunigt so die Fetteinlagerung, denn der Zucker wird in Fett umgewandelt. Wer über Jahre zu viel Süßes isst, riskiert Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit (Adipositas). Hierzulande sind bereits rund 53% der Frauen und 67% der Männer übergewichtig – Tendenz steigend.

Ich habe immer betont, dass für mich nicht der Gewichtsverlust im Vordergrund steht, sondern die Gesundheit. Dennoch kann man innerhalb der 40 Tage natürlich das ein oder andere Kilo Gewicht verlieren – was insbesondere davon abhängt, wie viel Zucker man vorher gegessen hat und was man nun während der Zuckerfrei-Challenge isst.

Besseres Wohlbefinden

Insgesamt fühlt man sich spätestens nach den 40 Tagen fitter und vitaler und das bekannte Nachmittagstief bleibt aus. Grund dafür ist der Blutzuckerspiegel, der im Laufe des Tages relativ konstant bleibt und so vor Heißhungerattacken schützt.

Besserer Schlaf

Übermäßiger Zuckerkonsum macht antriebslos, träge und kann zu Schlafproblemen führen. Durch den Verzicht auf Zucker kommst du energiegeladener, wacher und fitter durch den Tag, das Ein- und Durchschlafen fällt dadurch leichter. 

Der Geschmack verändert sich

Darüber hinaus wird sich auch der Geschmackssinn verändern. Die Geschmacksknospen werden sensibilisiert und neutralisiert, wodurch eine Entwöhnung von einer extrem unnatürlichen Süße stattfindet. Lebensmittel mit viel zugesetztem Zucker oder Süßigkeiten, die sonst verzehrt wurden, werden bald als viel zu süß empfunden. Gleichzeitig werden ihr merken, dass ihr Obst plötzlich viel süßer wahrnehmt, als vorher. Oder die Stärke in Gemüse oder Brot.

Die Haut wird reiner

Ein hoher Zuckerkonsum die Haut schneller altern, lässt sie anfälliger für Unreinheiten, Entzündungen, Pickel und Akne werden, da Zucker entzündungsfördernd wirkt. So verschwinden beim Zucker-Detox häufig auch Hautprobleme: Die Haut wird reiner und strahlt.

Das Herz wird geschützt

Ein hoher Zuckerkonsum wird mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten in Verbindung gebracht. Wenn du auf zugesetzten Zucker verzichtest, wirkt sich dies positiv auf die Herzgesundheit aus.

Und die Leber ebenfalls

Studien haben ergeben, dass Zucker – genau wie Alkohol – negative Effekte auf die Leber haben kann. Bei zu hohem Zuckerkonsum (insbesondere industriell hergestellte Fructose) kann die Leber den Zucker nicht mehr verarbeiten und abtransportieren. Sie speichert die Fette – und die Leber verfettet zunehmend. Wenn der Zucker weggelassen wird, wird damit der Überlastung der Leber vorgebeugt. 

Bessere Darmgesundheit

Der Darm ist durch einen hohen Zuckerkonsum besonders gefährdet. Zu viel Zucker bringt die Darmflora aus dem Gleichgewicht*, was sich durch eine unregelmäßige Verdauung, Blähungen, ein Völlegefühl und Verstopfungen bemerkbar machen kann. Und auch Darmpilze wie Candida albicans ernähren sich bevorzugt von Zucker und vermehren sich so. Auch so kann Heißhunger ausgelöst werden, denn die Darmpilze brauchen immer neuen Zucker, um sich zu vermehren. Auch durch Candida können Blähungen und Bauchschmerzen entstehen. Umgekehrt kann es deshalb gut sein, dass sich die Verdauung beim Zucker-Detox plötzlich verbessert und angekurbelt wird.

Wenn das mal keine Gründe sind, bei der 40 Tage-Challenge mitzumachen, weiß ich auch nicht! :-) Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen während der Challenge, die ihr in den sozialen Medien gerne unter #projektzuckerfrei mit mir teilen könnt!

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35 Comments

  • Claudia sagt:

    Ich habe mir vor kurzem das erste Mal Xucker gekauft und Tage ausschließlich diesen Xucker benutzt. Am Tag darauf habe ich für die Familie einen Kuchen gebacken mit normalem Zucker. Nachdem ich dann ein Stück davon gegessen habe hat es nicht lange gedauert bis ich mich richtig elend gefühlt habe. Mein Herz raste und ich fühlte mich total überdreht. Das war eine echt krasse Erfahrung.

  • Vera sagt:

    Ich kann nur empfehlen, dass mal zu probieren. Ich lebe seit über zwei Jahren zuckerfrei und fange damit auch nicht wieder an…

  • Iris sagt:

    Hallo, ich esse seit einigen Jahren gar keinen Zucker mehr, auch nur selten andere Süßungsmittel. Es hat garnicht lange gedauert bis ich mich daran gewöhnt hatte und mir geht es sehr gut damit.

  • ingeborg sagt:

    mir geht es auch ähnlich.
    Wenn ich eingeladen bin und wieder mal so einen richtigen Zucker/Weißmehl-Kuchen gegessen habe, fühle ich mich nachher schon anders. Manchmal bekomme ich einen Schweißausbruch, etwas später Herzrasen. Das fühlt sich oft richtig elend an
    Wenn ich dann wieder zuhause bin, fühle ich mich gar nicht mehr richtig frisch, nicht mal so als ob ich ich selbst wäre, eher etwas depressiv und abgekämpft.
    Ich finde, Zucker ist ein richtiges Suchtmittel.
    Das merkt man aber erst, wenn man von dieser Sucht losgekommen ist

  • Sarah sagt:

    Nach dem ich dein Buch gelesen habe, bin ich super motiviert und starte die 40 Tage challenge

  • Erfolgsmaschine sagt:

    Was genau kannst du nicht essen, wenn du auf Zucker verzichten möchtest und wie genau nimmst du es? Verzichtest du einfach auf Süssigkeiten? oder lässt du auch verarbeitete Getreideprodukte und Trockenfrüchte weg, da diese oft auch zusätzlichen Zucker enthalten.

  • Nina sagt:

    Sehr interessanter Artikel und es stimmt einfach. Merke auch, dass bei Ernährung mit wenig Zucker das Sättigungsgefühl und Allgemeinbefinden besser waren. War seit Weihnachten dann leider wieder inkonsequent…
    Was passiert nach der 40 Tage Challenge, wenn man wieder etwas Zucker zu sich nimmt? Komplett umstellen stelle ich mir für mich aktuell noch schwierig vor, bin noch am Anfang der Ernährungsumstellung.

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Nina,
      die Challenge soll der Einstieg in eine zuckerreduzierte Ernährung sein, man sollte also nicht direkt danach wieder den ganzen Zucker in sich reinstopfen – ab und an etwas Süßes ist für mich aber vollkommen in Ordnung.
      Liebe Grüße,
      Hannah

  • Mareen sagt:

    Ich habe vor einem Jahr 30 Tage zuckerfrei gelebt und mich seit dem mal mehr mal weniger weiterhin daran gehalten.

    Ich bin immer wieder schockiert, wenn mir wirklich bewusst wird, dass meine „Ausfälle“ tatsächlich vom Zuckerkonsum kommen, wenn ich nämlich lese, dass es anderen ähnlich geht. Herzrasen, plötzliche Schweißausbrüche, ja letztens erst gehabt, nachdem ich beim Brunchen nicht so auf den Zuckergehalt geachtet habe.

    Kuchen bei Schwiegermama? Wird quittiert mit Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen.

    Dennoch greift man viel zu häufig zu. Ich bin daher ab morgen auch wieder voll dabei!

  • Max sagt:

    Ich versuche eigentlich, weniger Zucker in den Kaffee zu nehmen. Wenn ich das hier aber so lese, dann sollte ich mal versuchen, den Zucker ganz wegzulassen. Vielleicht zunächst mal im Kaffee. 40 Tage kommen mir jetzt grade sehr lang vor.
    Gruß, Max

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Max,
      ja, den Zucker ganz weglassen ist natürlich das Beste – man gewöhnt sich dran! :-)
      Viele Grüße,
      Hannah

  • Nina sagt:

    Liebe Hannah,

    habe letzte Woche schon die gebunkerten Süßigkeitenvorräte verschenkt, was allerdings gar nicht so einfach war, da doch einige Fasten wollen. Wie immer steckt der Teufel aber im Detail, habe gesehen das mein gerade gekauftes Stück Käse doch glatt Karamellsirup beinhaltet. Ich bin schon gespannt, wie es wird, wobei ich schon realistisch bin und weiß das ich es nicht zu 100% schaffen werde. Es wird heute gleich zum Anfang schon schwer, da mein Freund Geburtstag hat und wir noch essen gehen.
    Die Übersicht zum Abhaken finde ich super, das motiviert einen noch mal mehr. Auch toll, dass es noch mit dem Workshop geklappt hat, da freue ich mich richtig drauf.

    Viele Grüße
    Nina

  • Sascha Heinzlmeier sagt:

    Es ist schon wirklich der Wahnsinn, dass heute praktisch in nahezu jedem gekauften Produkt Zucker versteckt ist. Und wenn man sich die unglaublichen Zuckermengen anschaut, die in „gesund“ angepriesenen Produkten für Kinder steckt, dann kann einem schon wirklich übel werden.
    Zucker vermeiden, wo immer es nur geht, ist die einzig vernünftige Lösung.

  • Anonymous sagt:

    Ich denke der Haken sind eher verarbeitete Zucker. Vom Brötchen bis Konserve, Sauce bis Tomatensauce.. Besonders morgens würde ich mein Schokobrötchen sehr missen.

  • Melanie sagt:

    Toller Artikel!
    Ich kann dem nur zustimmen. Es lohnt sich durchzuhalten. Seit 1 Jahr lebe ich Zuckerfrei. Außer 1x am Tag Obst gibt es bei mir weder Zucker noch Kohlenhydrate. Seitdem fühle ich mich viel besser und habe auch keine Gesundheitlichen Probleme mehr( mein Darm war ständig entzündet). Ich kann es nur jeden empfehlen

  • Sandra sagt:

    Liebe Hannah,
    ich habe gestern gestartet. Ich habe mich heute morgen total elend gefühlt :(. Ist das normal?
    Ich noch eine doofe frage.
    Darf man Ananas in Phase 1 essen? Ich habe nix gefunden. Ich habe mir die Ananas in Stücke geschnitten und mit Minze in mein Wasser gegeben, damit etwas Geschmack drin ist.
    Kann mir da jmd helfen?
    Danke und Viele Grüße

    Sandra

  • Sarah sagt:

    Sehr gelungender Artikel!

  • Torsten Fleischer sagt:

    Hallo Hannah,

    danke Dir für Deinen tollen und motivierenden Beitrag. Mindestens einmal im Jahr ist die Zuckerfreie Zeit für uns ein willkommenes „Muss“.

    Allen die dies umsetzen wünsche ich viel Erfolg und spannende Momente.

    Viele Grüße, Torsten

  • Tamara sagt:

    Auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Jedoch habe ich keine 40 Tage durchgehalten, sondern nur 3 Wochen. Denn die Versuchung lauert leider an jeder Ecke. Aber seit diesem Zeitpunkt habe ich einen sehr eingeschränkten Zuckerkonsum. Es geht halt auch ohne.

    Vielen Dank Hannah für den schönen Artikel dazu.

  • Landgraf, Ramona sagt:

    Ich finde die Tips sehr interessant und würde mehr erfahren, möchte meine Ernährung zuckerfrei umstellen
    Vielen Dank Ramona

  • Pascal sagt:

    Sehr informativer Artikel!
    Gerade beim Gewichtsverlust kann ich nur zu 100% zustimmen. Seitdem ich mich zuckerfrei ernähre, fällt das Abnehmen um einiges leichter. Gerade die Kombination aus Zucker und Fett ist besonders schädlich! Wer also nicht auf Zucker verzichten kann, sollte darauf achten Zucker und Fett möglichst getrennt zu sich zu nehmen. Die 40 Tage Challenge ist auf jeden Fall eine super Sache. Viel Spaß!

  • hallo hanna,
    ich esse schon seit ca. 7 jahren keine milchprodukte mehr ,und zucker wahr immer natur vollrohrzucker…jetzt ist die herausforderung gross..backe leidenschaftlich gerne und probiere nun die zucker und mehl alternativen aus…

  • Natascha sagt:

    Hallo Hannah,

    ich folge schon seit einer Weile deinem Blog und bin total fasziniert von dieser Ernährungsweise! Ich habe mir dein Buch „Zuckerfrei“ gekauft und dieses Jahr am 01. März begonnen komplett auf Zucker zu verzichten.
    Mit unter führst du als Vorteil auf, dass die Haut besser und reiner wird (habe ich auch schon aus anderen Quellen gehört). Allerdings merke ich davon jetzt nach 4 Wochen leider gar nichts. Ist das normal, dass es so lange dauert? Oder habe ich einfach eine blöde Haut? Ich habe zu dieser Frage auch schon deinen Blog und das Internet durchforstet und bin leider nicht fündig geworden. Vielleicht hast du ja für mich einen Hinweis. Danke schon mal =)
    Viele Grüße
    Natascha

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