Gesundheitstipps von Franziska van Almsick und was das „Selfie“ mit Gesundheit zu tun hat

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Ihr werdet es nicht glauben, aber: ich liebe Gesundheitsstudien. Jedes Jahr freut sich die Gesundheitswissenschaftlerin in mir über die neuen Gesundheitsberichte, die veröffentlicht werden. Umso mehr habe ich mich gefreut, als mich die Einladung zum Pressegespräch zur Vorstellung der „Alles Gute“-Initiative von STADA erreichte. Keine Sorge, ich habe nicht vor, euch mit langweiligen Studienergebnissen zu überschütten – das Pressegespräch war richtig interessant. Mit der Trendforscherin Corinna Mühlhausen sprach ich über den aktuellen Gesundheitstrend in den sozialen Netzwerken und die ehemalige Profi-Schwimmerin Franziska van Almsick berichtete mir im Interview ergänzend, wie sie mit gesundheitlichen Herausforderungen umgeht.

STADA Pressegespräch am 16. Oktober in HamburgDie Studienergebnisse im Überblick
Im Rahmen der „Alles Gute“- Initiative wurden in einer Online-Umfrage 2.000 Menschen zwischen 18 und 70 Jahren aus Deutschland befragt. 85% der Befragten sind mit ihrem täglichen Leben zufrieden. Dennoch fühlen sich vier von fünf Befragten im Alltag zumindest gelegentlich überfordert. Beruflicher Stress ist das Gesundheitsrisiko Nr. 1 – dies hat die Weltgesundheitsorganisation vor einiger Zeit bestätigt. Menschen mit einem höherem Bildungsabschluss leiden stärker unter beruflichem Stress und Bewegungsmangel, als Menschen mit niedrigeren Abschlüssen. Der Stress stellt für die Bürger der Bundesrepublik eine größere Herausforderung dar als beispielsweise Bewegungsmangel oder schlechte Ernährung.

Im Herbst und Winter sind die kürzeren Tage und das schlechte, unbeständige Wetter die größten Belastungen. Mit Winterdepressionen und „morgens nicht aus dem Bett kommen“ haben vor allem jüngere Menschen zu kämpfen.

Auch interessant: es ist bei den meisten Menschen tatsächlich die Bequemlichkeit, die sie daran hindert, gesünder zu leben (56%). Mindestens genauso spannend: 23% gaben an, einfach nicht zu wissen, wie sie ein gesünderes Leben führen können. Das ist fast jeder Vierte und in meinen Augen besonders schockierend!

Ebenfalls spannend und für mich neu: in den neuen Bundesländern (inkl. Berlin) achten die Menschen tendenziell mehr auf ihre Gesundheit, als die Menschen in den alten Bundesländern.

STADA Pressegespräch am 16. Oktober in Hamburg

Was das „Selfie“ mit unserer Gesundheit zu tun hat
Dass das Gesundheitsbewusstsein der Menschen immer mehr zunimmt, unterstrich auch die Trend- und Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen, die über den aktuellen Trend der sogenannten „Selbstoptimierer“ sprach. Im Mittelpunkt ihrer Forschungstätigkeit steht immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen und daraus resultierend seinem Gesundheitsverhalten.

In Zeiten von Social Media ist es heutzutage normal, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Die heutige Generation der 14 bis 29-jährigen wird immer öfter „Generation Selfie“ genannt. Selbstportaits von schräg oben mit der Kamera des Smartphones zu machen und in den sozialen Netzwerken hochzuladen ist heute genauso normal, wie sein Essen zu fotografieren. Durch die ständige Präsenz unserer Fotos in den sozialen Medien werden wir automatisch zu Selbstoptimierern. Denn wenn wir uns selbst immer darstellen, müssen wir uns auch selbst immer weiter optimieren, um in einem möglichst guten Licht da zu stehen. Das Körperbewusstsein ist in den letzten Jahren sehr angestiegen. Als Folge beschäftigen wir uns immer intensiver mit unserem Körper und unserer Gesundheit. Das „Selfie“ ist DAS Instrument des Selbstoptimierers.

Zudem wächst auch unser Informationsbedürfnis mit er Entstehung neuer Medien wie Instagram, Twitter, Facebook, Snapchat und co. Gleichzeitig ändert sich durch die neuen Plattformen unser Mediennutzungsverhalten.

Eine Social Media-Analyse von Corinna Mühlhausen ergab, dass das Thema Gesundheit im deutschsprachigen Raum in 2014 die Nummer 1 in den sozialen Medien ist (2012: Platz 3; 2009: Platz 4). Ein gesunder Lebensstil wird vom Medienthema zum globalen Megatrend. So bauen sich immer mehr Menschen online ihr persönliches „Gesundheitsnetzwerk“ – oft bestehend aus Menschen, die sie nicht persönlich kennen. Super spannend, wie ich finde!

Gesundheit wird also nicht mehr dem Zufall überlassen. Dem stimmte auch die ehemalige WeltklasseschwimmerinFranziska van Almsick zu und machte deutlich, wie wichtig Gesundheitsförderung ist und dass wir alle „schon heute etwas für morgen tun müssen“. Jeder von uns kann viel für den eigenen Körper und Geist tun. Im Interview berichtete sie mir ergänzend, wie sie mit gesundheitlichen Herausforderungen umgeht:


Tipps zur persönlichen Gesundheitsvorsorge von der ehemaligen Profi-Schwimmerin Franziska van Almsick

Frau van Almsick, nach den Olympischen Spielen in Athen haben Sie 2004 Ihre Schwimmkarriere beendet. Welchen Stellenwert haben Sport und Bewegung heute in Ihrem Leben?
Ich bin nach wie vor ein sehr aktiver Mensch, natürlich muss ich die Bewegung inzwischen aber gezielter in meinen Alltag integrieren als früher. Damals waren bis zu fünf intensive Trainingseinheiten wöchentlich ganz normal. Heute mache ich zwei bis drei Mal pro Woche Kraftübungen oder gehe aufs Laufband.

Gerade jetzt im Herbst fällt es vielen Menschen schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden und nach einem stressigen Arbeitstag Sport zu treiben. Wie motivieren Sie sich zum Sport und zu mehr Bewegung im Alltag?
Als ehemalige Leistungssportlerin habe ich natürlich den Vorteil, dass es für mich ganz normal ist, regelmäßig Sport zu treiben. Deshalb kostet es mich nicht allzu viel Überwindung, sondern ist aufgrund meines Berufs und meiner Familie eher eine Zeitfrage. Ich betrachte den Sport heute vor allem als Auszeit für mich selbst und die Chance, mich für diesen Moment ganz auf mich zu konzentrieren. Das ist eine tolle Motivation.

Auch eine gesunde Ernährung ist im Alltag für viele schwer umsetzbar. Haben Sie Tipps, wie man eine gesunde Ernährung trotz stressigem Job und Familie verwirklichen kann?
Meiner Meinung nach kommt es nicht darauf an, sich ausschließlich absolut gesund zu ernähren. Viel wichtiger ist die Ausgewogenheit und dazu zählt auch, etwas genießen zu können und nicht immer nur im Verzicht zu leben. Und vor allem sollte man nicht jeden Diättrend mitmachen, sondern sich – wenn es nötig ist – die Zeit nehmen, mit einer kompetenten Vertrauensperson zu überlegen, wie man die eigene Lebensqualität und die körperliche Fitness steigern kann.

Vielen Dank an Corinna Mühlhausen und Franziska van Almsick für die spannenden Gespräche und herzlichen Dank an STADA für die Einladung zum Pressegespräch!

4 Kommentare
    • Hannah Frey
      Hannah Frey says:

      Da die Struktur der 2.000 Befragten die gleichen Merkmale aufweist, wie die Grundgesamtheit, denke ich schon, dass die Studie repräsentativ ist. Außerdem wurden einige der Ergebnisse auch schon in anderen Studien herausgefunden, wie bspw. dass Stress Gesundheitsrisiko Nr. 1 ist. :-)

      Antworten
  1. Eliza
    Eliza says:

    Interessanter Beitrag.
    Diese ganze Optimiererei in den sozialen Medien kenne und sehe ich häufig. Mich nervt das total. Ich mache Sport und ernähre mich gesund weil es mir Spaß macht! Wenn es da besondere Highlights gibt, klar kann man das auch mal posten. Ich stelle gerne ab und an mal ein Essensbild bei instagram rein wenn ich das hübsch oder einfach nur richtig lecker fand. Aber bei vielen habe ich das Gefühl, dass da bewusst nur das gesunde gepostet wird, um sich vor anderen besser darzustellen. Also ständig nur Bilder von rohem Gemüse oder Salat. Ich denke nicht, dass die das ausschließlich essen. Und das ist doch auch okay, zu einem gesunden Lebensstil gehört ja die Ausgewogenheit.
    Und für mich persönlich, es geht niemanden außer mich selbst etwas an wie ich oft und wie lange ich Sport mache. Besondere Highlights kann man gerne teilen und sich so Motivation holen. Aber ständig?

    Das Ergebnis, dass viele einfach nicht wissen wie man sich gesund ernährt, ist wirklich schockierend. Vor allem in den Zeiten von Internet und Co. Vielleicht könntest du ja mal einen kleinen Überblick zusammenfassen, quasi, „Die Basics der gesunden Ernährung“.

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