Wie entsteht eigentlich ein Kochbuch? | Zuckerfrei – Die 40 Tage-Challenge {Blick hinter die Kulissen}

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Manchmal ist es bei mir mit Blogartikeln so: Sie schwirren Monate oder – wie in diesem Fall – gar Jahre in meinem Kopf herum. Irgendwas ist aber immer und so dauert und dauert und dauert es, bis sie geschrieben werden. Aber von vorne: In diesem Beitrag möchte ich euch einen Blick hinter die Kulissen geben und euch anhand meines aktuellen Buches „Zuckerfrei – Die 40 Tage-Challenge“ und aus meiner Perspektive zeigen, wie so ein Kochbuch eigentlich entsteht. Ich selbst finde solche Hintergrundberichte bei anderen immer wahnsinnig spannend – und vielleicht geht es ja manch einem von euch ähnlich.

Foto: Tobias Ritz für die AOK PLUS

Weitere (Ein-) Blicke hinter die Kulissen findet ihr hier:

Die Idee zum Buch

Fangen wir einfach mal von vorne an: Mit der Idee zum Buch. Ich hatte schon immer den Wunsch, irgendwann mal mein eigenes Buch in den Händen zu halten – dass ich mein erstes Buch aber bereits mit 26 Jahren veröffentlichen würde, damit hätte ich nie gerechnet! Mittlerweile habe ich 6 Bücher veröffentlicht.
Was viele nicht wissen: Bei mir war es tatsächlich so, dass meine Verlage (ich bin bei 3 Verlagen unter Vertrag) auf mich zugekommen sind und gefragt haben, ob ich Lust habe, ein Buch bei (und mit) ihnen zu veröffentlichen. Das ist natürlich eine ganz besondere Ehre und ich bin sehr glücklich darüber und dankbar dafür! Mittlerweile weiß ich, dass viele Ideen in den Verlagen entwickelt werden, indem Trends beobachtet werden, auch in Zeitschriften, auf Blogs und auf dem englischsprachigen Buchmarkt. Aber auch von den „Stammautorinnen und -autoren“ werden Ideen eingereicht, so wie ich es mit „Zuckerfrei“ gemacht habe. „Zuckerfrei“ herauszubringen war mein Wunsch, den ich meinem Verlag Gräfe und Unzer (GU) bei einem Meeting vor etwa zwei Jahren vorgeschlagen habe. Vom Vorschlag meiner Idee bis ich das Buch erstmals gedruckt in meiner Hand hielt, sind etwa 15 Monate vergangen.
 
Es passiert hingegen nur sehr selten, dass „unverlangt eingesandte Manuskripte“ tatsächlich von Verlagen veröffentlicht werden – ich dachte früher immer, das wäre Usus und die meisten Menschen, die nichts mit der Verlagswelt zu tun haben, mit denen ich mich darüber unterhalte, denken genau das gleiche.
 
Ich habe jedenfalls noch immer ein paar „Buchwünsche“ – mal schauen, ob sie sich verwirklichen lassen! :-)
 

Die Entwicklung des Konzepts und die Zusammenarbeit mit der Redaktion

Nachdem klar war, dass wir „Zuckerfrei“ gemeinsam machen, ging die eigentliche Arbeit los. Gemeinsam mit meiner Redakteurin bzw. Projektleiterin Marline entwickelte ich das Konzept zum Buch. Dieser Prozess nimmt einige Wochen in Anspruch, in denen wir viele Mails schreiben und telefonieren, Ideen entwickeln und wieder verwerfen und am Ende das fertige Konzept in unseren Händen halten. 

Der Vorteil (und gleichzeitig die Schwierigkeit) bei diesem Buch war, dass „Zuckerfrei“ nicht in eine Reihe von Büchern gehört, sondern ein Einzeltitel war. Das heißt, wir konnten uns bzgl. des Aufbaus und Inhalts nicht an Vorgängern orientieren, sondern mussten alles neu entwickeln.

Rezeptentwicklung, schreiben und Manuskriptabgabe

Das ausgearbeitete Buchkonzept war für mich dann die Grundlage, um Texte zu schreiben und Rezepte zu entwickeln. Im Konzept wird festgelegt, wie viele Rezepte insgesamt ins Buch kommen und auch, wie viele Rezepte welcher Kategorie (Frühstück, Hauptgerichte, Snacks, Kuchen etc.) zugeordnet werden sollen. Entsprechend beginne ich mit der Ideensammlung. Das sieht bei mir mittlerweile so aus, dass ich fortlaufend Ideen für Rezepte sammle, mir notiere und (auch, wenn ich nicht gerade an einem Buch arbeite) Rezepte entwickle, ohne sie direkt hier auf dem Blog zu veröffentlichen. Rezepte in petto zu haben erleichtert die Arbeit nämlich enorm, wenn ein Buchprojekt ansteht. Denn die Zeit bis zum Abgabetermin des Manuskripts ist oft kürzer, als ich es mir wünsche. ;-)

Die Rezepte, von denen ich mir vorstellen kann, dass sie ins Buch sollen, stelle ich dann meiner Redakteurin vor und wir besprechen, ob alles passt. Dann beginnt die eigentliche Rezeptentwicklung – ich plane die Rezepte genau, kaufe ein, koche und notiere jede Zutat und jeden Arbeitsschritt ganz genau. Bei durchschnittlich 80 Rezepten könnt ihr euch vielleicht vorstellen, wie viel Arbeit hinter so einem Buch steckt. Darüber, wie die Rezeptentwicklung bei mir genau abläuft, habe ich hier bereits berichtet.

Neben den Rezepten kommt für gewöhnlich auch ein Theorieteil ins Buch, der geschrieben werden muss. Dies mache ich parallel zur Rezeptentwicklung, denn bis zu einem bestimmten Termin – der Manuskriptabgabe – muss alles fertig sein.

Das Lektorat

Nachdem ich das Manuskript an Tag X abgegeben habe kann ich erst einmal aufatmen – es ist geschafft! Der erste große Teil der Arbeit zumindest. Und mir fällt erst einmal ein Stein vom Herzen. Der zweite große Teil der Arbeit folgt aber anschließend noch. Denn nun macht sich die Lektorin erst einmal an die Arbeit und überprüft und überarbeitet die Texte und Rezepte gründlich. Bei „Zuckerfrei“ hat dies Christina Geiger übernommen.

Parallel überprüfen Testköche bzw. Testköchinnen in ihren privaten Küchen (also unter „Normalbedingungen“), ob die Rezepte so funktionieren, wie ich sie aufgeschrieben habe.

Wurde das Manuskript überarbeitet und die Rezepte nachgekocht, bekomme ich alles zurück, beantworte Fragen und muss ggf. nacharbeiten, wenn doch einmal Zahlen verrutscht oder Fragen offen sind. Meist gibt es mehrere dieser „Runden“ und ich lese das Buch unzählige Male, bis es gedruckt wird. 

Das Fotoshooting zum Buch

Parallel findet das Fotoshooting zum Buch statt. Die durchschnittlich 80 Rezepte pro Buch müssen gekocht, angerichtet und fotografiert werden.

Letzten Oktober, vor ziemlich genau einem Jahr, als ich gerade zurück aus dem USA-Urlaub kam, machte ich mich auf den Weg nach Hamburg-Eppendorf, zu einem ganz besonderen Termin. Ich durfte zum ersten Mal dabei sein, als die Fotos für eines meiner Bücher geshootet wurden. Auf einigen Fotos im Buch bin ich sogar zu sehen – zumindest in Ausschnitten (mehr dazu weiter unten). ;-)

Die Rezepte in „Zuckerfrei“ wurden von Claudia Seifert und ihrem Team gekocht und in Szene gesetzt und von Maria Brinkop fotografiert. Insgesamt waren um die acht Leute am Set – und alle haben 1A Arbeit geleistet! Ich finde die Fotos im Buch jedenfalls total gelungen!

Hier seht ihr einige Fotos, die ich hinter den Kulissen des Fotoshootings geschossen habe. So viel Equipment:

Hier fotografiert Maria gerade die Erdbeer-Pina-Colada Popsicles (Seite 137):

Die gefüllten Paprika mit Chilimandeln (S. 100):

Die Saatencracker von S. 116 (im Buch seht ihr auch mich mit den Saatencrackern ;-))

Die Schokolade von Seite 128 – auf dem Foto im Buch bin ich ebenfalls zu sehen ;-)

Die Ofen-Süßkartoffeln (Seite 102) – auch auf dem Foto auf S. 103 seht ihr mich ;-)

Die Franz-Muffins (Seite 126): 

Kokos-Laddu (Seite 118) und Orangen-Energy-Balls (Seite 113):

Die Gemüse-Spaghetti mit Pesto (S. 106) – in der Mache und beim Fotografieren:

Wie oben geschrieben – das ist die Entstehung des Buches aus meiner Perspektive als Autorin. Würdet ihr meine Projektleiterin bzw. Redakteurin Marline fragen, könnte sie noch viel ausführlicher berichten!

DANKE

Natürlich arbeiten noch viel mehr Menschen mit an einem Buch, als die die ich genannt habe. Da gehören zum Beispiel der Vertrieb, Marketing und PR hinzu. Allen Mitwirkenden möchte ich an dieser Stelle einmal DANKE sagen! Mir macht das Bücherschreiben und das Rezepteentwickeln sehr viel Spaß und ich bin sehr dankbar, dass dies ein Teil meines Jobs ist!

Wenn ihr Fragen zur Entstehung eines Buches habt, schreibt sie gerne in die Kommentare – ich versuche, sie bestmöglich zu beantworten! :-)

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