Vinyasa Power Yoga-Ausbildung Teil 7 & 8: Anatomie & Philosophie

Am Wochenende fand mein 8. Ausbildungswochenende zur Yoga-Lehrerin statt, von dem ich euch heute berichten möchte. Zudem gebe ich euch einen kleinen privaten Einblick in mein Wochenende und verrate euch, wer meiner meinung nach der „leckerste Inder“ der Stadt (Hamburg) ist. Und da ich euch vom vorherigen, 7. Ausbildungswochenende aus Zeitmangel bisher auch noch nicht erzählt habe, hole ich dies heute nach und gebe euch auch dazu einen kurzen Rückblick.

Unit Yoga Eppendorf Kamin

Das 7. Wochenende: Funktionelle Anatomie

Das 7. Ausbildungswochenende fand bereits Ende Januar statt. Thema war die „funktionelle Anatomie“, sprich: Welche Asanas kann ich Schülern mit Beschwerden (wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall etc.) anbieten? Mit solch einem – für euch wahrscheinlich – eher trockenem Thema möchte ich euch gar nicht langweilen. Vielmehr möchte ich einen Gedanken, der sich durch mein ganzes Wochenende gezogen hat, mit euch teilen.

Immer öfter lese ich von kompakten Yoga-Ausbildungen, die teilweise nur 1-2 Wochenenden oder eine Woche am Stück dauern. Ich finde das sehr bedenklich, gerade bei „Lehrern“, die vorher nie etwas mit Anatomie, Bewegung oder Sport zu tun hatten. Denn gerade auf der körperlichen Ebene kann man viel falsch machen. Wer beispielsweise immer im Fitnessstudio Yoga praktiziert und nie vom Lehrer adjusted, also korrigiert, wird, kann körperliche Beschwerden bekommen. Obwohl ich schon im Rahmen meiner Ausbildung und meines Studiums immer wieder Unterricht in Anatomie hatte, ist das Thema auch für mich noch immer sehr komplex. Im Laufe meiner Ausbildung und vor allem auch an diesem Wochenende habe ich gemerkt, wie viel Zeit ich brauche, um mir all das Wissen anzueignen und zu verinnerlichen und um mich selbst weiter zu entwickeln. Da finde ich es faszinierend, wie andere es schaffen, sich all das in sehr kurzer Zeit anzueignen. Ihr könnt mir eure Gedanken dazu gerne in den Kommentaren hinterlassen.

Ich habe mich dazu entschieden, nach meiner 200h Ausbildung nicht aufzuhören, sondern die „Aufbauausbildung“ mit weiteren 300 Unterrichtsstunden draufzupacken. Einerseits, um mich selbst weiter zu entwickeln und mehr zu lernen, aber andererseits natürlich auch, um irgendwann qualitativ hochwertigen Unterricht geben zu können. Denn ich selbst möchte nicht von jemandem unterrichtet werden, der nur einen Crahskurs zum Yoga-Lehrer absolviert hat.

Das 8. Wochenende: Philosophie

Das vergangene Wochenende stand dann im Zeichen von Yoga-Philosophie und der Präsentation unserer Stundenkonzepte. Das Wochenende war für mich sehr anstrengend und fordernd. Nicht nur, dass wir viel vorbereiten mussten (Referate und das Anleiten von einem Teil unserer Yoga-Stunden). Hinzu kamen noch einige Termine, die ich mir um die Ausbildung herum gelegt habe (oder die mir drum herum gelegt wurden). Am Freitagabend war ich zunächst mit meinem Mann im Musical. In der neuen Flora haben wir das „Phantom der Oper“ gesehen. Am nächsten morgen musste ich wieder früh raus, denn um 8.30 Uhr startete das Ausbildungswochenende. Wir begannen direkt mit einigen Sonnengrüßen, die Holger anleitete. Danach waren wir direkt dran und mussten nacheinander unsere Stundenkonzepte anleiten. Vor der Mittagspause begannen einige Gruppen anschließend noch, ihre Philosophie-Referate vorzutragen. Damit ging es nach dem Mittagessen auch weiter. Zum Ende hin praktizierten wir noch einmal Yoga; über den Tag verteilt haben sich so 3 Stunden Yoga angehäuft.

Später traf ich mich mit Christiane von Yogaline, mit der ich nach einer Tasse Tee ins East zu einem Yoga-Workshop von lululemon ging. Noch einmal praktizieren, nachdem der Ausbildungstag schon so anstrengend war! Im Upper East, dem Club des Hotels, fanden 75 Minuten forderndes Power Yoga mit anschließendem Essen statt. Ein sehr schönes Event, aber ich musste leider direkt weiter.

Lululemon East Hamburg

Denn da ich den ganzen Tag unterwegs war, habe ich mich mit meinem Mann zum Essen verabredet und wir waren – passend zu meinem Yoga-Wochenende – noch indisch essen. Eigentlich wollte ich gerne zu Maharaja, direkt um die Ecke vom East. Da man dort aber, wie mein Mann nachmittags feststellte, bereits Wochen vorher einen Tisch reservieren muss, wenn man Samstagsabends dort essen möchte, entschieden wir uns für das Ashoka (Budapester Straße). Dort waren wir schon öfter und es schmeckt uns dort gut – ich mag das Maharaja aber vom Stil her (schön kitschig) etwas lieber und auch das Essen schmeckt mir noch einen Ticken besser. Nur, falls ihr mal auf dem Kiez seid und nicht wisst, wo ihr essen sollt ;-) Die ersten Stunden des neuen Tages habe ich dann noch genutzt, um mich noch einmal auf die Präsentation meiner Yoga-Stunde vorzubereiten und bin dann todmüde ins Bett gefallen.

Der zweite Ausbildungstag an diesem Wochenende begann wieder um 8.30 Uhr. 8.30 – 16.30 Uhr ist die normale Uhrzeit der Wochenenden. Der Ablauf war der gleiche, wie Samstag: Wir begannen wieder mit den Vorstellungen unserer Stundenkonzepte und machten nach der Mittagspause mit unseren Philosophie-Referaten weiter. Zum Schluss gab es noch eine letzte Praxis-Präsentation, bevor wir in den Feierabend gingen. Auch am zweiten Tag häuften sich wieder einige Stunden Yoga-Praxis an.

In drei Wochen findet das letzte „richtige“ Ausbildungswochenende meiner 200h-Ausbildung statt. Im Mai ist dann unsere Abschlussprüfung und voraussichtlich geht es im Herbst / Winter dann mit der Aufbauausbildung (300h) weiter.

6 Comments

  • JuJu sagt:

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das nicht böse meintest, aber deine Formulierung in Hinsicht auf Fitnessstudio-Yoga und Korrekturen klingt nicht ganz fair.
    Sicher ist es so, dass im Fitnessstudio oftmals Lehrer unterrichten, bei denen das Hautpaugenmerk nicht darauf liegt, ob alle alles richtig machen. Kann ich z.B. aber nicht behaupten. In meinem Fitnessstudio (günstige Berliner-Kette) habe ich bereits zwei ganz fantastische Yogalehrerinnen erlebt, die trotz der ja eher sportlichen Ausrichtung der Yogakurse sehr viel Wert darauf gelegt haben, dass jeder die Positionen richtig einnimmt, und kein Verletzungsrisiko besteht.

    Aber was die „Kompaktausbildungen“ angeht gebe ich dir völlig recht. Sowas kann niemals gut sein. Ein hoch auf Menschen wie dich, die immer noch ein wenig besser sein wollen und dann auch nochmal 300h dran hängen ;)

    Liebe Grüße
    Julia

    • Hannah Frey sagt:

      Liebe Julia,
      böse war das tatsächlich nicht gemeint. Ich habe diese Erfahrung in mehreren Studios und bei vielen Lehrern leider gemacht. Und auch, wenn ich mich mit anderen über das Thema „Yoga im Fitnessstudio“ unterhalte, wird immer wieder gesagt, dass nicht korrigiert wird. Natürlich ist das pauschalisiert und es ist toll, dass es auch Lehrer gibt, die auch im Fitnessstudio auf die Gesundheit der Schüler achten :-) Das muss eigentlich selbstverständlich sein, ist es vielerorts aber leider nicht.
      Liebe Grüße,
      Hannah

      • JuJu sagt:

        Es ist natürlich sehr traurig, wenn du so viele Leute kennst bzw. das auch selbst erfahren hast, dass das im Fitnessstudio oft so schlecht ist. Irgendwie sollte das Wohl der Kursteilnehmerinnen immer an erster Stelle stehen – man selbst merkt ja oft erst später wenn man sich falsch bewegt hat. Ich bin jedenfalls froh, dass bei mir gut geschaut wird, dass alles gut ist, andernfalls würde ich vermutlich wirklich auch in ein sicher deutlich teureres Yoga Studio investieren…

        Liebe Grüße
        Julia

  • Lina sagt:

    Das klingt alles sehr interessant. Ich habe schon länger diesen Traum, habe aber keine Ahnung, wie Yoga-Ausbildungen klassifiziert sind. Gibt es eine Website auf der alle Ausbildungen mit Zertifikat, Zeitaufwand und Preis aufgezählt sind? Ich blicke da noch überhaupt nicht durch.

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Lina,

      es gibt leider keine einheitlichen Abschlüsse und auch die Preise und die Dauer der angebotenen Ausbildungen variieren stark. Mir war die internationale Anerkennung durch die AYA (American Yoga Alliance) wichtig, die bekomme ich durch meine Ausbildung bei UNIT Yoga. Du kannst ja mal auf die Homepage schauen, ich bin sehr zufrieden mit der Ausbildung!

      Liebe Grüße,
      Hannah

  • Kathrin sagt:

    Liebe Hannah,
    Das klingt ja alles toll. Ich hab auch so eine Yogaausbildung gemacht – PYG.
    …Und wenn ihr gerne indisch speist,dann hab ich noch einen heißen Tipp für euch : Ayu Leela!!! Auf Wunsch bereiten sie alles auch vegan zu. Die Küche ist ayurvedisch und total authentisch. Ein Traum :-)
    Herzliche Grüße Kathrin

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