„Nichtstun ist die schwierigste Tätigkeit und zugleich diejenige, die am meisten Geist erfordert.“ (Oscar Wilde)

Meditation Entspannung

Das Gedankenkarussell stoppen

Im Alltag springen unsere Gedanken oftmals von einem Thema zum nächsten, der Alltagsstress schwirrt ständig durch unseren Kopf. Gedankenkarussell und Kopfkino abzuschalten ist gar nicht so einfach. Wir fühlen uns gestresst und unter Druck gesetzt, die Ruhe im Inneren fehlt. Wir versuchen, auf dem Sofa vor dem Fernseher zur Ruhe zu kommen und uns zu entspannen, was aber oft nicht funktioniert. Das ständige Gedankenchaos raubt uns viel Energie. Wer mehr Energie verbraucht, als er auftankt, wird immer schlapper und bekommt im schlimmsten Fall ein Burnout. Mit etwas Übung kann jeder lernen, mit Meditation gedanklich loszulassen und zu entspannen. Im Folgenden findest du meine Tipps für einen leichten und entspannten Einstieg in die Meditation.

Gesundheitliche Vorteile

Seit Anfang der 1990er Jahre wird Meditation intensiv erforscht. Mittlerweile wurde bewiesen, dass regelmäßiges meditieren sich positiv auf die Gesundheit auswirkt:

  • Mit regelmäßigen Meditationen kannst du viel entspannter werden und mit etwas Übung wirst du dich viel einfacher und schneller entspannen können – auch in Situationen, die dich bisher vielleicht gestresst haben. Dein Stress wird gemindert.
  • Durch regelmäßige Meditationen werden sich deine Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit verbessern. Dadurch kannst du besser lernen, bis produktiver und leistungsfähiger.
  • Wenn du lernst, zu meditieren, lernst du dich selbst auch immer besser kennen. Zudem wirst du merken, dass du dich von Zeit zu Zeit auch immer besser selbst annehmen kannst.
  • Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Schmerzen durch Meditation reduziert werden. Die Beforschten hatten am Ende einer Studie einen wesentlich geringeren Bedarf an Medikamenten.
  • Schlafprobleme werden gemindert.
  • Depressionen werden ebenfalls gemindert.

Meditieren lernen – ganz einfach

Mit diesen fünf Punkten kannst du das Meditieren ganz einfach erlernen:

1. Ort

Suche dir einen ruhigen Ort. Schalte alle potenziellen Störfaktoren aus (Handy, Telefon, Fernseher, Klingel…), damit du deine Ruhe hast.

2. Körperhaltung

Du musst nicht zwingend im Lotossitz (ähnlich wie der Schneidersitz; der rechte Fuß liegt dabei auf dem linken Oberschenkel und der linke Fuß auf dem rechten Oberschenkel) meditieren. Nimm dir einen Stuhl, einen Sessel oder ein (Meditations-) Kissen und setze dich hin. Achte darauf, dass deine Kleidung bequem ist und nicht zwickt. Setz dich möglichst gerade hin. Richte deine Wirbelsäule auf. Du kannst dir vorstellen, dass an deiner Kopfspitze eine Schnur befestigt ist, die dich hochzieht. Lege deine Hände einfach in deinen Schoß oder auf deine Knie. Schließe deine Augen und finde eine möglichst bequeme Position.

3. Zeit

Nimm dir einen Wecker oder dein Smartphone (es gibt verschiedene Meditationsapps) und stelle den Wecker bzw. die App auf 10 Minuten. Anfangs ist das völlig ausreichend – später kannst du dich dann natürlich steigern. Und natürlich kannst du auch mit weniger Zeit beginnen. Auch 3 oder 5 Minuten sind am Anfang völlig ausreichend.

4. Atem

Es gibt verschiedene Meditationsarten, wie beispielsweise die Atemmeditation, Gehmeditation oder Achtsamkeitsmeditation. Als Einstieg in die Meditation hat sich die Atemmeditation, die Beobachtung deines eigenen Atems, bewährt. Atme fünf Mal tief ein und aus um dich zu entspannen. Nun beobachte einfach deinen Atem. Sonst musst du gar nichts tun. Wenn deine Gedanken abdriften, dann kehre immer wieder zu deinem Atem zurück und beobachte ihn. Anfangs werden deine Gedanken wahrscheinlich häufiger umherspringen oder dir wird langweilig, das ist ganz normal. Kehre immer wieder zu deinem Atem zurück, für 10 Minuten, bis der Wecker klingelt. Egal, was dir durch den Kopf geht. Betrachte deine Gedanken wie einen Radiosender, der läuft, während du etwas anderes tust. Das Radio läuft, aber davon lässt du dich nicht ablenken. Du bleibst bei der Sache, konzentrierst dich auf deinen Atem, 10 Minuten lang, bis der Wecker klingelt.

5. Gedanken

Am Anfang deiner Meditationspraxis wirst du oft mit dem sogenannten „Monkey Mind“ zu kämpfen haben: Während du versuchst, deinen Kopf frei von Gedanken zu bekommen, springst du immer wieder von Gedanke zu Gedanke. Mit der Zeit wird es dir aber gelingen, ein klareres Denken zu erlangen und das Chaos im Kopf zu beseitigen. Wenn du schon etwas länger meditierst, wirst du sehen, dass du deine Gedanken einfach nur beobachten kannst, ohne sie zu bewerten. Du lernst mit der Zeit, dich besser zu konzentrieren und lässt dich weniger ablenken. Dann fällt es dir auch im Alltag leichter, nicht mit den Gedanken zu rotieren, sondern sie zu steuern und dich auf deine Aufgaben zu konzentrieren.

Und dist schon alles. Ehrlich. Meditation ist nicht kompliziert. Die größte Herausforderung ist, sich wirklich hinzusetzen und sich die Zeit dafür zu nehmen.

Weitere Tipps für deine Meditationspraxis

  • Meditiere regelmäßig, am besten täglich.
  • Wenn es dir möglich ist, meditiere immer zur selben Zeit am selben Ort. So gewöhnst du dich an diese Zeit für dich und es wird selbstverständlich, zu meditieren.
  • Halte die festgesetzte Zeit durch, auch wenn es dir schwer fällt.
  • Versuche, die Ruhe aus der Meditation immer mehr auf dein Leben zu übertragen. Vielleicht passiert das aber auch ganz automatisch.

Los geht’s! Meditation wird dir nur etwas bringen, wenn du sie praktizierst. Das Lesen oder Nachdenken über Meditation wird dich keinen Schritt weiterbringen. Also nimm dir 10 Minuten Zeit, um anzufangen – am besten jetzt! ;-)