Entsafter: Test, Vergleich und Erfahrungen

Abgepackte Säfte aus dem Tetrapack oder aus Flaschen, wie wir sie im Supermarkt vorfinden, sind nie frisch. Um sie lange haltbar zu machen, werden sie in der Regel hoch erhitzt. Dabei werden viele Vitamine zerstört, oftmals werden zudem noch Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel zugefügt, außerdem Zucker.

Neben Klassikern wie ACE-, Apfel- oder Orangensaft lässt sich eine unbegrenzte Anzahl an Saft-Kombinationen zubereiten. Nur Beeren sollten nicht im Saft landen, denn sie lassen sich nicht gut mit dem verarbeiten. Ob zum Saftfasten, als Detox-Kur oder einfach so – ein frischer Saft ist einfach etwas Feines. Meine drei Favoriten findet ihr hier.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Entsaftern bzw. Juicern: Zentrifugenentsafter und Saftpressen. Saftpressen sind grundsätzlich teurer als Zentrifugen, woran man sie ganz einfach erkennen kann.

Saftpressen trennen den Saft vom Trester (den Pressrückständen) durch mechanischen Druck. Die Zutaten werden mit einer Schnecke oder mit gegenläufigem Walzen zerquetscht. Die Nährstoffe bleiben bei dieser schonenden Pressmethode erhalten und sind somit rohköstlich.

Zentrifugenentsafter hingegen haben eine Reibscheibe und ein kegelförmiges Sieb. Die Reibscheibe dreht sich sehr schnell und zerkleinert das Obst und Gemüse, welches dann gegen das Sieb geschleudert wird und wegen der Zentrifugalkraft durchgepresst wird. Zuentrifugenentsafter haben eine hohe Umdrehungszahl, was hier (im Gegensatz zu Hochleistungsmixern) negativ ist. Durch das schnelle Drehen der Reibscheibe wird viel Sauerstoff in den Saft gewirbelt, wodurch das Obst und Gemüse oxidieren, die Vitamine und Enzyme werden dadurch geschädigt. Zudem entsteht dadurch viel Schaum. Hinzu kommt, dass der Zentrifugenentsafter entsprechend laut ist, die Saftpressen sind viel leiser.

Die Testgeräte:

Herzlichen Dank an EU Juicers, Froothie und Panasonic* für das bedingungslose zur Verfügung stellen der Entsafter! Ich überarbeite diese Seite immer wieder, wenn ich neue Geräte getestet habe.

Saftpressen Saft 2

Hurom HH-DBE11 (2nd Generation)

Der Entsafter von Hurom (Modell „HH-DBE11, 2nd Generation)* ist ab 499 Euro erhältlich. Wahrlich kein Schnäppchen – das steht außer Frage. So ein Entsafter ist definitiv eine wohl überlegte Investition. Ich kann mir meine Küche ohne Entsafter mittlerweile gar nicht mehr vorstellen und nutze ihn regelmäßig. Und wenn die Familie zu Besuch ist, wird mittlerweile immer gefragt, ob wir frische Säfte machen können. 

Bei diesem Entsafter bin ich insbesondere vom Lieferumfang begeistert. Mitgeliefert werden unter anderem Reinigungsbürsten, einen Deckel für den Einfüllschacht und ein Trocknungsständer. Der Saftbehälter kommt mit einem Deckel, was ebenfalls sehr praktisch ist. Außerdem hat der Saftbehälter Maßangaben, was ich sehr praktisch finde. Einen solch großen Lieferumfang haben die anderen hier vorgestellten Geräte nicht.

Da ich mittlerweile schon etwas Erfahrung mit unterschiedlichen Entsaftern habe, war es kein Problem, den Hurom Entsafter zusammenzubauen. Die Bedienung ist ebenfalls sehr einfach und das Saubermachen funktioniert problemlos und schnell.

Die „Saftausbeute“ ist beim Hurom sehr gut. Hartes Pressgut wie Möhren oder Nüsse und weiches Pressgut wie Blattgemüse oder Beeren werden perfekt verarbeitet. Und der Saft, den ich mit dem Hurom Entsafter herstelle, schmeckt jedes Mal sehr lecker!

Hurom EntsafterSaft Hurom

Sana by Omega EUJ – 808

Der Sana by Omega (EUJ – 808) ist ab 469 Euro erhältlich. Das Gerät ist einfach zusammengebaut – wenn man weiß, wie es geht. Anfangs hatte ich doch meine Schwierigkeiten, die einzelnen Teile zusammenzubauen. Der Juicer ist einfach zu reinigen und wird mit einer Reinigungsbürste geliefert, was ich sehr praktisch finde. Damit kommt man auch an schwer erreichbare Stellen.

Der Einlass ist recht klein (kleiner als beim Optimum, den ich euch unten vorstelle). Die Zutaten müssen entsprechend sehr klein geschnitten werden. Anfangs hatte die Saftpresse Probleme, die Möhren zu entsaften.

Die Form des Auffangbehälters ist für mich leider nicht optimal, denn es gibt keinen Auslass und so fließt der Saft erst einmal daneben, wenn man ihn aus dem Behälter in ein Glas gießen möchte. Positiv finde ich hingegen, dass die beiden Auffangbehälter markiert sind und man so direkt weiß, wie viel Saft schon hergestellt wurde.

Der mit dem Sana hergestellte Saft schmeckt sehr gut, er ist weich und enthält kaum Schaum.

Saftpressen im Vergleich 2

Saftpressen Saft orange

Optimum 600 

Meine Review zum Nachfolgemodell, dem Optimum 700, findest du weiter unten.

Der Optimum 600* ist zur Zeit zum Aktionspreis von 340 Euro via Froothie erhältlich, der Normalpreis liegt bei 490 Euro. Geliefert wird der Juicer mit einem Heft mit 100 Rezepten, was ich sehr schön und hilfreich fand.

Das Gerät ist schnell zusammengebaut und lässt sich einfach reinigen. Mitgeliefert wird auch hier eine Reinigungsbürste, der Optimum besitzt aber zusätzlich (wie der Vitamix) eine Selbstreinigungsfunktion, was ich sehr positiv finde. 

Gestört hat mich hier, dass auf dem Auffangbehälter keine Maßangaben sind. Hier gibt es jedoch, im Gegensatz zum Sana, einen Auslauf.

Auch der Saft, den ich mit dem Optimum 600 hergestellt habe, schmeckt mir sehr gut. Er ist ebenfalls weich und enthält wenig Schaum.

Saftpressen im Vergleich 1

Saftpressen Saft rot

Optimum 700

Nachdem ich mit dem Optimum 600 (siehe oben) zufrieden war und das Preis- / Leistungsverhältnis mit dem Aktionspreis sehr gut fand, wurde ich vom Nachfolgemodell, dem Optimum 700*, leider enttäuscht. Der Entsafter hat zwei Einfüllöffnungen: die kleinere ist ca. 3,5 cm x 4,5 cm groß, die große ganze ca. 5 cm x 8 cm – und damit, laut Hersteller, der größte Einfüllschacht auf dem deutschen Markt. Hört sich erst einmal gut an, denn wer bereits Erfahrungen mit Entsaftern hat, weiß: Je größer der Einfüllschacht, desto besser! Denn mit einer großen Öffnung ist es umso einfacher, Obst und Gemüse zu entsaften, weil das Kleinschneiden des Pressguts (teilweise) wegfällt. Unpraktisch finde ich jedoch die Klappe, die ihr auf dem Bild unten seht. Hier hätte ich eine Öffnung ohne Klappe viel besser gefunden – so habe ich nämlich weiter die kleine Öffnung genutzt. Man kann sie auch leider nicht entfernen. 

Froothie Entsafter2

Auch das Saft-Ergebnis war für mich leider nicht zufriedenstellend, denn mein Orangen-Möhren-Saft enthielt viele Möhrenstücke – obwohl ich das feine Sieb verwendet habe. Das Fruchtfleisch kann man zwar mit Hilfe eines Siebaufsatzes vom eigentlichen Saft trennen – was ich aber umständlich finde und von anderen Entsaftern so nicht kenne. Außerdem erschien mir der Optimum 700 mit seinen 9 Kilogramm vergleichsweise schwer (zum Vergleich: der Hurom wiegt 6,2 kg).

Punkten kann der Optimum 700 hingegen mit seinem Design, einer einfachen Bedienung, leichten Reinigung und einem tollen Zubehör-Set, bestehend aus Rezepteheft, Tofu-Ansatz-Zubehör, Nussmilchbeutel, Reinigungsbürste und Siebaufsatz zum Trennen von Fruchtfleisch und Saft. Bei einem Preis von 570 Euro habe ich jedoch mehr erwartet.

Froothie Entsafter1

Panasaonic MJ-DJ01 

Der Zentrifugenentsafter von Panasonic* ist für 109 Euro erhältlich. Das Gerät war schnell und einfach zusammengebaut. Die Reinigung ist einfach, eine Reinigungsbürste wird jedoch nicht mitgeliefert. 

Die Zentrifuge hat einen größeren Einlass als die beiden getesteten Saftpressen. Wichtig ist aber – im Gegensatz zu den Saftpressen, dass der Deckel nach dem Einfüllen immer wieder aufgesetzt wird. Sonst kann es schnell passieren, dass die Zutaten wieder herausgeschossen kommen – ich spreche aus Erfahrung.

Das Gerät verfügt über einen um 120 Grad schwenkbaren Ausgießer – aus meiner Sicht ein unnötiges Feature, das eher stört. Was mir hingegen wichtiger wäre, ist ein Safthahn, also eine Klappe, mit der der Saftauslauf verschlossen werden kann. Diesen gibt es leider nicht. Der Saftauslauf ist zudem nicht 100%ig dicht, der Saft lief an den Seiten raus.

Was ich positiv fand, ist, dass der Tresterbehälter in das Gerät integriert ist. Bei den Saftpressen wird er einfach von außen an den Auslasser gestellt. So hat man ihn nicht nebenan stehen, sondern er ist etwas versteckt. Jedoch landete der Trester nicht nur im vorgesehenen Behälter, sondern war im ganzen Gerät verteilt.

Der Saft aus der Panasonic-Zentrifuge schmeckt mir dennoch ebenfalls sehr gut, obwohl er nicht so weich ist, wie die Säfte aus den Saftpressen. Hier ist aber – wie bei Zentrifugen üblich – viel Schaum enthalten. Diesen fand ich etwas störend und habe ihn abgeschöpft.

Saftpressen im Vergleich 3

Saftpressen Saft grün

Mein Testsieger

Vom Design und der Leistung her ist der Hurom Entsafter zweifelsohne mein Testsieger und ich nutze ihn aktuell am liebsten. Wer regelmäßig frische Säfte trinken möchte, sollte sich die Anschaffung überlegen – aus meiner Sicht lohnt sie sich definitiv. Wer nicht so viel Geld ausgeben kann oder möchte, aber trotzdem ab und an einen frischen Saft trinken mag, ist aber auch mit der Zentrifuge oder einem der anderen (günstigeren) Entsafter gut bedient.

Leider habe ich noch keine Idee ob man mit dem Trester noch etwas anfangen kann, und falls ja, was. Wenn ihr also Ideen habt, lasst mir gerne einen Kommentar da.

11 Comments

  • Tanja sagt:

    Was für ein toller Artikel. Ich kenne so eine Zentrifuge aus meiner Kindheit und habe es geliebt, wenn meine Oma Säfte gemacht hat. Vielleicht sollte ich mir auch eine Anschaffung überlegen. Für die Verwendung des Tresters habe ich mal wo gelesen, dass sich daraus Muffins oder Kuchen machen lassen, vielleicht wäre das ja mal eine Idee :)

  • Katja sagt:

    Danke für diesen Artikel. Ich hatte mal einen Entsafter, mir war die Reinigung aber zu mühsam. Sicher sind die getesteten Geräte besser, was das betrifft… Trotzdem bleibe ich wohl eher bei Smoothies, Tee und Wasser, was meine Getränke betrifft (allerdings habe ich auch eh eine leichte Fruktose-Malabsorption). Was aber den Trester betrifft: Der lässt sich wunderbar in Hummus und Co. (also Gemüsedips) integrieren, ausserdem in selbstgebackene Chia-Cracker und ähnliches… Viel Spass beim Ausprobieren!
    LG, Katja

  • Nadine sagt:

    Hallo, ich habe auch einen Sana Entsafter. Mein Empfinden ist, dass die Schaummenge auch stark vom Obst/Gemüse abhängt. Bei frisch gepflückten Äpfeln bildet sich bei uns mehr Schaum als bei Gemüse beispielsweise. Den Saftauffangbehälter finde ich gut, wir schenken einfach über die Ecke aus, da tropft nur selten was. Gemüsetrester kochen wir aus, danach wird er abgefiltert. Ergibt eine leckere Gemüsebrühe. Sehr lecker ist Kürbisssaft aus Muskatkürbis.
    Viele Grüße

  • Barbara sagt:

    Hallo Hannah, ich entsafte leidenschaftlich, gerade noch mit einem Zentrifugalentsafter, möchte aber auf einen Kaltentsafter umsteigen. Bei meinen Recherchen bin ich auf deinen super Blog gestoßen, der mich sehr anspricht!!! Und eben auf den Entsafter Optimum 600. Du hast ihn ja getestet, wie war denn die Saftausbeute bei Blattgemüse wie Salat oder Spinat?

    • Hannah Frey sagt:

      Liebe Barbara,
      die „Saftausbeute“ ist bei beiden Entsaftern super, wie ich finde :-) Ein wenig „nass“ ist der Trester zwar bei beiden Geräten, ich weiß nicht, ob es Geräte gibt, die „noch mehr rausholen“. Ich bin damit jedenfalls sehr zufrieden.
      Liebe Grüße,
      Hannah

  • Ramona sagt:

    Hallo Hannah,
    ich verwende den Trester,insbesondere von Möhren, gerne in selbstgebackenem Brot.Es schmeckt sehr gut und bringt mal etwas Abwechslung in das Rezept.
    Sicher schmeckt es auch in Gemüsemuffins:-)

    Herzliche Grüße,
    Ramona

  • Steffi sagt:

    Hallo, Ich bin auch schon ne Zeit am überlegen ob ich den Sana by Omega oder doch den Optimum 700 kaufen soll. ICh habe mich zwar noch nicht ganz entschieden, trotzdem hat mir dieser Artikel sehr helfen können und ich tendiere mehr zum Optimum 700 :)

    Danke für die kleine Hilfe!

  • Sally sagt:

    Hey,
    ein toller Artikel, ich liebe solche Tester-Artikel sowieso.
    Was die Trester angeht, so habe ich schon einige Male daraus einen Kuchen oder einen Dip gemacht und die Gäste fanden beides immer sehr lecker. Probier es doch einmal aus 
    Liebe Grüße, Sally

  • Ricarda sagt:

    Danke!

    …den Trester liebt unser Hauskaninchen

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