„Was machst du, um dich zu entspannen?“, fragt der Schüler seinen Meister.
„Nichts“, erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.“
„Das tun doch alle“, meinte der Schüler darauf.
„Eben nicht!“, antwortete der Meister.

(Buddhistische Anekdote)

Rosinen Achtsamkeit MBSR

MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction

In den vergangenen Jahren hat das Interesse an achtsamkeitsbasierter Stressbewältigung (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) im deutschsprachigen Raum stetig zugenommen. Der Ursprung des Achtsamkeitstrainings liegt im Buddhismus. Buddhisten nutzen die Meditation, um ihren Geist zu beruhigen und ihre bewusste Wahrnehmung zu trainieren. In der westlichen Welt entwickelte Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn das Achtsamkeitstraining in den 1970er Jahren weiter. Kabat-Zinn ist amerikanischer Molekularbiologe, Meditationslehrer und Gründer der Stress Reduction Clinic in Massachusetts. Ihm ist es als erstes gelungen, die Achtsamkeitspraxis systematisch in die medizinische Betreuung von Patienten zu integrieren. Kabat-Zinn gehört zu den wenigen ausgewählten Wissenschaftlern, die an dem vom Dalai Lama ins Leben gerufenen Mind and Life Institute mitarbeiten.

Was bedeutet Achtsamkeit?

Kabat-Zinn definiert Achtsamkeit wie folgt: „Achtsamkeit bedeutet: Auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein, bewusst, im Gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen“. Wie oft passiert es uns, dass wir nebenher, unbewusst und unachtsam essen? Viele Menschen lesen beim Essen die Zeitung, gucken Serien oder spielen mit dem Smartphone. Wahrnehmen, was im Moment ist, ist das Hauptanliegen der Achtsamkeitspraxis. Es geht nicht darum, etwas verändern zu wollen oder zu werten, sondern sich überhaupt erst einmal bewusst darüber zu werden, wie sich die eigene Situation im Augenblick anfühlt. Das gilt gleichermaßen für positive wie negative Emotionen. Elemente der achtsamkeitsbasierten Stressbewältigung sind der Body Scan (Übung zur Körperwahrnehmung), Yoga-Übungen, Sitzmeditation, Atemmeditation sowie die Gehmeditation. Zwar sind Achtsamkeitsübungen keine Entspannungsübungen, sondern vielmehr Übungen der Geistes- und Bewusstseinsschulung, aber sie haben auch eine entspannende Wirkung. Wir können alles achtsam tun: Zähne putzen, Autofahren, duschen, joggen – Bei jeder Tätigkeit können wir uns bewusst werden, was wir gerade machen.