#dankesagen – Wie mein Lungenfacharzt mir die Angst des Atmens nahm

WERBUNG Als ich gefragt wurde, ob ich Lust habe, an der Aktion #dankesagen teilzunehmen, und meinem Arzt, Physiotherapeuten, einer Hebamme, einem Pfleger oder meinem Zahnarzt einfach mal ein „danke“ entgegenzubringen, musste ich erst einmal überlegen. Die Idee, einfach einmal „danke“ zu sagen, finde ich super – denn wenn wir ehrlich sind: Im Alltag geht das doch viel zu oft unter. Aber in den letzten Jahren hatte ich – toi toi toi – so gut wie keinen Kontakt zu Ärzten, Physiotherapeuten und Co. Meine Eltern sind noch viel zu jung, um Pflege in Anspruch nehmen zu müssen, beim Physiotherapeuten war ich erst einmal in meinem Leben und Kinder habe ich auch noch nicht. Nach dem Abitur habe ich aber selbst in der Pflege gearbeitet und eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin begonnen. Und anschließend habe ich Pflege sogar studiert (und bin heute nicht nur Gesundheits-, sondern auch Pflegewissenschaftlerin). Die „professionelle Seite“ kenne ich also und weiß, wie gut ein „danke“ gerade in diesem Bereich tut und wie viel Ärzte, Pfleger und Co. leisten. Aber aktuell kann ich mich einfach bei niemandem bedanken – denn außer bei Routineuntersuchungen sah ich in den letzten Jahren keine Ärzte.

So richtig bewusst wurde mir das erst, als ich von der Aktion #dankesagen erfuhr. Denn früher sah das ganz anders aus: ich war fast jede Woche bei diversen Ärzten. 

Jugend im Wartezimmer

Zwischen meinem 12. und 18. Lebensjahr war ich Stammkunde (oder „Stammpatient“) bei meiner Allergologin und meinem Lungenfacharzt. Ich hatte diverse Allergien und – das war für mich das schlimmste – Asthma.

Beim Asthma spielt die Umgebung eine entscheidende Rolle. Ich hatte allergisches Asthma, also Asthma als eine Reaktion auf bestimmte Pollen oder Gräser, die es in meiner Umgebung gab. Als Jugendliche war es für mich nicht einfach, die Krankheit zu akzeptieren und damit umzugehen. Ich hätte mir meine Nachmittage durchaus spannender vorstellen können, als immer wieder in den Wartezimmern von Ärzten zu sitzen, um Allergietests, Hyposensibilisierungen und Lungenfunktionstests über mich ergehen zu lassen. Das Gefühl, nicht mehr richtig atmen zu können, war sehr beklemmend.

Die Angst vor dem Atmen…

Noch heute habe ich einen sehr flachen Atem, da ich früher immer versucht habe, meinen Atem nicht wahrzunehmen, weil ein bewusster Atem für mich immer mit Angst einher ging. Bei einem akuten Asthmaanfall konnte ich nicht tief ein- und ausatmen und habe dies deshalb auch in „normalen“ Situationen nicht gemacht, weil ich immer Angst hatte, plötzlich nicht mehr richtig atmen zu können. Der Mensch kann etwa 40 Tage ohne Essen auskommen, ohne Trinken fast 5 Tage, aber ohne Sauerstoff kann er nur wenige Minuten überleben. Kurze Zeit nicht richtig atmen zu können, kann schlimme Folgen haben und wirkt (bzw. ist) sehr bedrohlich. 

…und wie sie mir genommen wurde

Die Angst vor’m Atmen hat mir mein Lungenfacharzt genommen, bei dem ich viele Jahre in Behandlung war. Er hat mir anhand von medizinischen Untersuchungen gezeigt, was mit meiner Lunge passiert und hat mir Verhaltensweisen aufgezeigt, die ich im Ernstfall anwenden sollte. Und klar, Asthmaspray hatte ich auch immer dabei. Der wichtigste Tipp, den er mir gegeben hat, war aber, Ruhe zu bewahren, denn Angst verschlimmert den Asthmaanfall häufig. Ein simpler, aber für mich sehr hilfreicher Tipp, auch wenn er gerade anfangs nicht immer einfach umzusetzen war. Heute kann ich ganz bewusst atmen und sogar Atemmeditationen machen – das habe ich auch beim Yoga gelernt, was mir mein Lungenfacharzt empfohlen hat. Noch heute bin ich ihm dankbar dafür, wieder ein entspanntes Verhältnis zu meinem Atem zu haben und keine Angst mehr vor der Atemnot haben zu müssen.

Und das Asthma ist auch bereits seit einigen Jahren Geschichte: Schon als ich nach dem Abitur von zu Hause wegzog und sich meine Umgebung veränderte, hatte ich plötzlich keine Probleme mehr mit dem beklemmenden Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.

Ihr könnt nun ebenfalls an der Aktion teilnehmen und einem Gesundheitswerker Danke sagen. Wie das funktioniert ist hier erklärt.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Verband der Privaten Krankenversicherungen e.V. für die Aktion #dankesagen.

 

3 Kommentare
  1. Natalie
    Natalie says:

    Hallo liebe hannah,

    toller blogpost! Ich wusste gar nicht, dass du „auch“ allergikerin bist.
    Ich bin ebenfalls seit der kindheit geplagt, mit diversen allergien (hausstaubmilben, div. Tierhaare, pollen,…)
    Ich wollte dich diesbezüglich auch auf das thema soja ansprechen:
    Es heißt ja, als allergiker/in soll man soja meiden, da es ein hohes allergen ist. Wie handhabst du das? Achtest du da drauf?
    Ich muss sagen, dass ich nach soja verzehr keine anzeichen hatte, ich jedoch sehr vorsichtig bin und mich, seitdem ich das erfahren habe, nicht mehr an soja ran traue!
    Dabei hatte ich da schon milchersatz-lieblinge gefunden :( nun „muss“ ich da wieder auf tiermilchprodukte greifen. (Für kaffe & co gefällt mir keine andere alternative…)

    Lg,
    Natalie

    Antworten
    • Hannah Frey
      Hannah Frey says:

      Hallo Natalie,
      ich hatte nie Probleme mit Soja, esse es aber auch nicht besonders oft, weil es so stark verarbeitet ist.
      Liebe Grüße,
      Hannah

      Antworten
  2. Richard Friedel
    Richard Friedel says:

    Der Gegenspieler zu Asthma ist ein Lippenreflex. Fingerdruck an einer Lippe befreit die Atmung. Ich befreite mich von dem Leiden durch Einübung einer lippenbewussten Atmung. Das heißt, Lippenbremse sowohl bei der Ausatmung wie auch bei der Einatmung. In der Medizin hat man eine andere Erklärung für die Lippenbremse ohne einen Lippenreflex, aber wer heilt, hat Recht. Wirkungsvoll ist auch die Einatmung mit zusammen gedrückten Lippen nur durch die Nase. Die Atemgymnastik nach Frau A.Strelnikova hat diesen Kerngedanken. Also, Schluss mit dem Geschäft mit der Asthmaangst.

    Antworten

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