Sprossen selber ziehen – Anleitung und Tipps

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Sprossen sind eine optimale Möglichkeit, ganz nebenbei mehr Nährstoffe aufzunehmen und mehr „Grün“ auf den Teller zu bringen. Denn Sprossen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Das praktische an Sprossen ist, dass man sie ohne viel Aufwand in der heimischen Küche keimen lassen kann und die kleinen Nährstoffbomben so das ganze Jahr über zur Verfügung hat. Clean Eating pur!

Sprossen selber züchten

Das Saatgut

Ich achte beim Kauf meines Saatguts darauf, dass dies ausschließlich und explizit für die Sprossenzucht hergestellt wurde („Keimsaat“). Das sogenannte Freilandsaatgut ist häufig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Zudem achte ich auf Bio-Qualität. Saatgut gibt es beispielsweise in Bio-Supermärkten oder online*. Die Auswahl an Saatgut ist riesig:

(Pseudo-) Getreide:

  • Amaranth
  • Quinoa
  • Dinkel
  • Gerste
  • Hafer
  • Kamut
  • Weizen
  • Roggen
  • Hirse
  • Mais

Hülsenfrüchte:

  • Alfalfa
  • Adzukibohnen
  • Bockshornklee
  • Erbsen
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • Mungobohnen
  • Sojabohnen

Blattgemüse:

  • Brokkoli
  • Kresse
  • Rucola

Knollengemüse:

  • Rote Bete
  • Rettich
  • Kohlrabi

Gewürze:

  • Kümmel
  • Fenchel
  • Anis
  • Koriander

Benötigter Zubehör

Neben dem Saatgut wird ein Gefäß benötigt, in dem die Sprossen gezogen werden. Am einfachsten ist das Ziehen von Sprossen mit einem speziellen Sprossenglas*. Wer viele Sprossen zieht, dem kann auch einen Sprossengarten* verwenden (wird auch Sprossenbox oder Keimgarten genannt).

Außerdem werden Wasser, Luft und Licht benötigt – aber das dürfte in jeder Küche vorhanden sein! ;-)

Sprossenglas

Und so geht’s

Pro Keimglas werden 2 EL Samen verwendet. Diese in das Keimglas geben und mit Wasser bedecken. 10 Stunden einweichen lassen. Das Sieb auf das Sprossenglas schrauben und das Wasser abgießen. Das Glas mit dem Siebeinsatz nach unten aufstellen. Die Sprossen müssen 2-3 Mal täglich mit lauwarmen Wasser gewaschen werden. Dazu lasse ich das Wasser einfach durch den Siebeinsatz ein- und wieder ablaufen. Anschließend das Glas mit dem Siebeinsatz wieder nach unten aufstellen, sodass das Wasser abtropfen kann. Ideale Bedingungen zur Sprossenzucht sind 18-22°C und ein heller Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung (zum Beispiel auf einer Fensterbank).

Die Sprossen können dann – je nach Sorte – nach 2 bis 8 Tagen geerntet werden. Die genaue Keimzeit ist auf der Verpackung des Saatguts angegeben. Nach der Ernte können sie bis zu 3 Tagen in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Keimglas reinige ich nach Gebrauch einfach in der Spülmaschine.

Achtung: Schimmelgefahr

Was leicht zu Irritationen führen kann, sind die kleinen Faserwurzeln der Sprossen, die schnell mit Schimmel verwechselt werden. So habe auch ich meine ersten Sprossen weggeworfen, da ich dachte, dass diese anfingen, zu schimmeln. Wenn man aber sauber arbeitet und die Sprossen regelmäßig wäscht, das Wasser abtropfen lässt und die Temperaturen nicht zu hoch sind, passiert eigentlich nichts. Sollten die Sprossen wirklich schimmeln, befindet sich der Schimmel nicht nur an den Wurzeln, sondern auf den ganzen Sprossen. Ich empfehle, sich auf die eigenen Sinne zu verlassen: Wenn die Sprossen muffig oder moderig riechen, schleimig oder bräunlich sind, sollten sie selbstverständlich nicht mehr gegessen werden.

Was sind eure liebsten Gerichte mit Sprossen bzw. wie verwendet ihr sie?

8 Kommentare
  1. FrauBitte
    FrauBitte says:

    Liebe Hannah, vielen Dank für all die tollen Tipps und Rezepte. Ich habe die doofen Smoothiefehler auch begangen, aber dank Deiner Seite klappt das jetzt richtig gut und ich bin happy:)
    Newsletter ist abonniert;)
    Liebe Grüße, FrauBitte

    Antworten
  2. Monika
    Monika says:

    Ich hatte jetzt zu der heißen Jahreszeit eine Sprossenpause gemacht, da wir fast 26 ° in der Wohnung hatten und auch den Rollo runter lassen mussten, also wenig Lichteinfall. Nun kann ich aber wieder starten, danke für die Erinnerung.
    Am liebsten auch Alfalfa, aber auch Sonnenblumenkerne, Mungbohnen und Kresse. Ich verwende sie überwiegend aufs Brot und in verschiedenen Salaten.

    An Gottes Segen ist alles gelegen, er weiß, was Mensch braucht :D

    Danke für diese tolle Seite, liebe Hannah.

    Alles Liebe Monika

    Antworten
  3. Aurora
    Aurora says:

    Zu Salate und Gemüsepfannen / Gemüsegerichten, da streue ich sie darüber. Oder als Brotaufstrich, gemischt mit Sojajoghurt und frischen Kräutern – auf ein selbstgebackenes Brot, Tomaten / Gurken / Paprika kleinschneiden und noch dazu und beherzt reinbeißen.

    Antworten
  4. Gabi
    Gabi says:

    LIebe Hannah,

    ein schöner Beitrag mit wirklich vielen praktischen Tipps. Ich hatte das Thema im März auch in meinem Blog, denn gerade wenn draußen noch nicht (oder nicht mehr) wirklich was zu ernten ist, bekomme ich immer Lust auf Sprossen. Mein Lieblingsrezept ist übrigens kein wirkliches Rezept: Alfalfa-Sprossen auf Kräuterquarkbrot!

    Mir fielen allerdings im Nachhinein einige kritische Veröffentlichungen zum Thema auf – z. B. vom LAVES (das ist das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit), weil das mit der Hygiene oft so eine Sache ist und auch was bestimmte Personengruppen angeht. Das LAVES rät z. B., dass „… Risikogruppen wie Kinder, Senioren, Schwangere und Personen mit geschwächter Immunabwehr grundsätzlich auf den Verzehr von frischen Sprossen verzichten und diese nur nach ausreichendem Erhitzen verzehren!“

    Danach dürfte meine Tochter (die ist ja mit 12 auch noch ein Kind) eigentlich keine rohen Sprossen essen. Ich persönlich sehe das eher locker, denke aber dennoch, dass man das im Hinterkopf haben sollte (z. B. wenn schwanger oder infektanfällig…) und wirklich sehr sorgfältig bei der Sprossenzüchterei sein sollte.

    Was meinst du dazu?

    Viele Grüße,
    Gabi

    Antworten
  5. Lisa B.
    Lisa B. says:

    Hallo Hannah,
    danke für den Tipp. Ich habe als Kind als Sprossen probiert, aber weiß nicht mehr wie die schmecken. Durch deinen Artikel werde ich jetzt nochmal welche probieren :)
    Lg, Lisa

    Antworten
  6. Kristin
    Kristin says:

    Hallo Hannah,

    habe gerade deinen Artikel über die Sprossen gelesen. Die Anmerkung von Gabi hat mich jetzt allerdings zum Nachdenken gebracht. Nach einigem Lesen im Internet bin ich nun total verunsichert….sind die jetzt gesund oder nicht? Viele Berichte beziehen sich auch noch auf die EHEC-Epidemie. Sind Sprossen wirklich so gefährlich? Alfalfa-Sprossen sollen sogar ein Pflanzengift enthalten, dass erst nach 7 Tagen abgebaut wird?! Was kann ich denn jetzt glauben. Ich bin nämlich blutiger Sprossenanfänger und traue mich jetzt irgenwie nicht mehr…….
    Viele Grüße,
    Kristin

    Antworten
  7. Alina
    Alina says:

    Du hast meinen Liebling; den Buchweizen gar nicht erwähnt. ;)
    Ich liebe ihn! Er keimt sehr schnell, lässt sich süß und herzhaft zubereiten und ist sehr gut verträglich.

    LG Alina

    Antworten

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