Smart Cooking – Gesundes Kita- und Schulessen in Berlin

Vor einigen Wochen lernte ich Anne-Sophie Briest bei einem Event in Hamburg kennen. Die Schauspielerin setzt sich besonders stark für eine gesunde Ernährung unserer Kleinsten ein. Als zweifache Mutter Bildungs- und Verpflegungsstandard, den sie sich selbst für ihre Kinder wünschte, in anderen Kitas nicht erreicht und gründete deshalb vor 8 Jahren zusammen mit Antje Michaelis zwei eigene bilinguale Kindertagesstätten (be smart academy) und vor 2 Jahren das Catering-Unternehmen und Deli (smart cooking) mit Mittagstisch. Schließlich sind Gesundheit im Allgemeinen und Ernährung im Speziellen ein wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Annes Einstellung zu gesunder Ernährung hat mich direkt überzeugt und ich wollte mehr über smart cooking erfahren, sodass ich direkt nach unserem Kennenlernen einen Termin für den übernächsten Tag mit ihr vereinbarte, um mir ihr Deli in der Hauptstadt anzusehen und mir ihr Konzept von gesundem Kita- und Schulessen noch einmal näher erklären zu lassen. Denn im Rahmen des Keimling-Events waren Franzi und ich während der beiden Tage nach unserem Kennenlernen sowieso in Berlin. Lustigerweise lag unser Hotel nur wenige Meter von smart cooking (Alte Jakobstraße 88, 10179 Berlin) entfernt und so traf ich mich mit Anne, ihrer Geschäftspartnerin Antje und Küchenchefin Dana. Franzi war so lieb und hat die Fotos von uns und vom Deli gemacht, vielen Dank dafür!!!

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Angefangen hat alles mit zwei internationalen Kitas, in denen heute 180 Kinder aus 140 Nationen betreut werden – entsprechend vielfältig sind auch die Ernährungsgewohnheiten der Kinder. Neben den beiden eigenen Kitas werden 14 weitere Berliner Kitas und Schulen mit zwei Mahlzeiten pro Tag versorgt – insgesamt werden ca. 730 Essen pro Tag gekocht. So ist Smart cooking Kunde und Anbieter in einem. Die Auswahl reicht von Gerichten mit Fleisch oder Fisch bis hin zu vegetarischen und veganen Mahlzeiten, die nach neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengestellt werden. Jeden Tag gibt es zwei Gerichte zur Auswahl. Besonders schön finde ich, dass die Gerichte kindgerecht sind (und auch mir läuft schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen)! So gibt es beispielsweise Rustikale Veggie Burger zum selber Basteln (Mohrrübenbratling, Tomate, Eisbergsalat, Burgersauce) mit Weißkraut-Rosinen-Salat, Popeye Mahlzeit (Blattspinat mit Kartoffel-Selleriestampf und Rührei) oder Makkaroni mit Cowboysauce (Tomatensauce, rote Bohnen, grüne Bohnen, Mais). Und auch im Deli gibt es eine Vielzahl leckerer Gerichte:

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Kindern eine gesunde Ernährung nahezulegen ist in der heutigen Zeit nicht immer einfach. Es wird so oft gescherzt, dass (Stadt-) Kinder denken, Kühe seien lila oder dass sie Gurken nicht von Zucchinis unterscheiden können – wo leider auch viel Wahres dran ist. Die Kinder haben bei smart cooking die Möglichkeit, auch hinter die Kulissen zu schauen und mit ihren Kitas einen Rundgang durch die Küche zu machen. So können sie erleben, wie und wo ihr Essen gekocht wird. Dabei dürfen die Kinder aktiv mithelfen und mitkochen. Auch spezielle Kinderkochkurse werden angeboten. Ebenfalls klasse finde ich, dass den Kindern und ihren Eltern wöchentlich Hintergrundinformationen zu verschiedenen Lebensmitteln gegeben werden. Unter dem Motto „Wusstest du schon…?“ werden diese Informationen kindgerecht aufbereitet. Die Fragen werden Woche für Woche auf die jeweiligen Gerichte abgestimmt.

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Aufklärungsbedarf gibt es noch bei einigen Eltern, die nicht bereit sind, für das qualitativ hochwertige Essen ihrer Kinder (bei smart cooking 70% Bio-Anteil) Geld auszugeben. Durchschnittlich 2,90 Euro fallen pro Mahlzeit an. Darin eingerechnet sind neben den Lebensmitteln und der Zubereitung unter anderem auch ein Fahrer, der die Mahlzeiten zu den Kitas bringt, sowie natürlich die Kosten für ein Auto. Smart cooking ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen: Neben einer hohen Lebensmittelqualität stehen auch ein fairer Handel mit Zulieferern und Händlern sowie eine faire Bezahlung der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Dass man mit weniger Geld keine qualitativ hochwertige und gesunde Mahlzeit, die noch dazu geliefert wird, hinbekommen kann, dürfte klar sein. Anne bringt dann gerne das Beispiel der McDonalds-Mahlzeit, für die viele Eltern ohne mit der Wimper zu zucken bereit sind, über 6 Euro zu bezahlen. Oder den Starbucks-Kaffee für 5 Euro, den sich viele zwischendurch gönnen.

Eine gesunde Ernährung fängt bei den Eltern und den Erziehern an – nur wenn Kindern vorgelebt wird, wie gesunde Ernährung geht, eifern sie uns nach und lernen so von klein auf, gesund zu essen. Und das muss seinen Preis haben – mit 2,90 ist das mehr als knapp, wobei da vielen Eltern leider immer noch das Verständnis fehlt. Nun kann ich nur hoffen, dass smart cooking in Zukunft auch nach Hamburg expandiert, denn ich finde das Konzept klasse und wünsche dem jungen Unternehmen weiterhin viel Erfolg!

4 Kommentare
  1. Katharina
    Katharina says:

    Wow! Das ist ja wirklich toll und ich wünschte mir so etwas auch für unsere Kita. Wobei die Essenslage da gar nicht so schlecht ist, ich will gar nicht meckern – da gibt es gaaaanz anderes. 2,90 € pro Mahlzeit zahlen wir aber auch (für nicht-Bio), das ist jetzt also nicht mal übertrieben teuer, ganz und gar nicht! Wobei ich den Schmerz mit den Kosten, die man als Eltern bereit ist zu zahlen, insofern nachvollziehen kann, als dass die Kita selbst auch schon mit 400 € pro Monat zu Buche schlägt. Irgendwann wird es halt sehr sehr teuer. ABER: Das sollte es uns als Eltern wert sein, und da ist der Vergleich mit McDo und Starbucks schon ganz richtig.

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  2. Sarah
    Sarah says:

    Schön, dass du das Thema Kitaessen aufgreifst! Noch schöner, dass es in Berlin so tolle Möglichkeiten gibt :)

    Demnächst kommt meine Tochter in die Kita und diese wird ab Oktober von Apetito beliefert. Es gab wohl Probeessen und Mitarbeiter und Eltern waren zufrieden, aber hm, ein bisschen Bedenken habe ich schon. Alles kommt tiefgefroren, wird in der Kita aufgewärmt/fertig gekocht… ich bin nicht wahnsinnig kritisch, aber ich gebe mir schon viel Mühe frisch und ausgewogen zu kochen. Mal sehen ob das Essen wirklich in Ordnung ist, ich bin gespannt!

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  3. Lena
    Lena says:

    Ich finde das ist wirklich ein großartiges Projekt! Gerade die Kleinen sollten an das Thema gesunde Ernährung früh herangeführt werden. Man sieht ja heutzutage immer wieder, wohin ein mangelndes Wissen über Ernährung führen kann. Und das Argument mit McDonalds stimmt. So viele Leute sind bereit für Burger, Pommes, Popcorn und Co. ordentlich Geld hinzublättern, aber wenn es um ein gesundes Bio-Essen geht, sind sie plötzlich knauserig. Echt schade! Deswegen finde ich umso schöner, was Anne-Sophie Briest da auf die Beine gestellt hat.

    Liebe Grüße
    Lena

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