Superfoods: Roher Kakao

Meine erste Begegnung mit rohem Kakao hatte ich in der Grundschule, als ich mit meiner Schulklasse das Schokoladenmuseum in Köln besuchte. Wirklich interessiert hat mich das Thema damals allerdings noch nicht, sodass das Highlight dieses Ausflugs das Probieren von Milchschokolade am Ende der Führung war. Heute sieht das ein wenig anders aus und ich möchte demnächst das Schokoladenmuseum in Hamburg, das Chocoversum, besuchen. Auch während meines Abiturs bin ich der Kakaobohne noch einmal begegnet, als wir im Spanisch-Leistungskurs über den Eroberer Hernán Cortés sprachen, der im 15. Jahrhundert den Kakao nach Spanien brachte. Den Spaniern jedoch ging es damals wie mir in meiner Kindheit – der rohe Kakao fand wenig Zuspruch, denn er schmeckt nicht süß wie Schokolade, sondern eher bitter. Erst als der Kakao im 17. Jahrhundert mit Milch und Zucker gemischt wurde, wurde er populär.

Rohe Kakao Nibs

Während die „normale“ Schokolade oft mit Übergewicht in Verbindung gebracht wird, ist roher Kakao ein echtes Superfood. Die Kakaobohne (der Samen des Kakaobaumes) darf nicht über 42°C erhitzt werden, da sie sonst ihre gesundheitliche Wirkung verliert – deshalb ist nur roher Kakao ein Superfood. Das klassische Kakaopulver oder die Schokolade, die wir aus dem Supermarkt kennen, werden meist auf über 130°C erhitzt, wodurch die wertvollen Inhaltsstoffe der Kakaobohne zerstört werden. Erhitzte und weiterverarbeitete Milchschokolade ist durch das zugefügte Fett und den raffinierten Zucker immer ungesund und in Maßen zu genießen.

Roher Kakao hingegen hat eine hohe Konzentration an Antioxidantien und enthält die „Glücksbotenstoffe“ Dopamin und Serotonin. Deshalb sorgt Kakao für Entspannung, reduziert Stress und steigert das Wohlbefinden, außerdem senkt er das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Kakao weist neben dem hohen Fettanteil zusätzlich eine Vielzahl verschiedener und teils wertvoller Inhaltstoffe auf (ca. 300 verschiedene Substanzen). Kakao und die aus Kakao gewonnene dunkle Schokolade (Bitterschokolade) können vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen und wirken insgesamt positiv auf das Herz-Kreislauf-System. Wichtig ist ein hoher Kakao-Anteil, da er für die positiven Wirkungen zuständig ist – deshalb sollte man immer eher zu Bitterschokolade greifen.

Roher Kakao wird als ganze Bohne, als Kakaonibs* (2-3 mm große, gebrochene Kakaobohnen, wie sie auf dem Foto oben zu sehen sind) und als Pulver* angeboten. Rohes Kakaopulver kann zum Beispiel in Smoothies gegeben werden, Kakao-Nibs gebe ich ab und an in mein Frühstück, zum Beispiel in meine Overnight Oats oder über mein Amaranth-Joghurt-Pop. Man kann sie aber auch einfach so zwischendurch knabbern, quasi als Schokoladenersatz. In Muffins, Kuchen oder Keksen kann man sie ebenfalls verarbeiten.

Und es gibt mit Sicherheit noch viel mehr Ideen, was man mit rohen Kakao-Nibs bzw. mit rohem Kakao noch so anstellen kann. Eine Rezeptidee zeige ich euch in den nächsten Tagen hier auf dem Blog. Schreibt mir eure Ideen und Rezeptvorschläge gerne in die Kommentare, ich freue mich! :-)

21 Comments

  • Lena sagt:

    Hallo Hannah,

    bin schon auf dein Rezept gespannt.Ich liebe Cacao Nibs und habe auf meiner Seite ein Rezept für Straciatella Quark.

    Liebe Grüße
    Lena

  • Denise sagt:

    Hallo,

    wo kann man denn rohen Kakao kaufen? Kann ich diese Kakao Nibs nur online kaufen oder gibt es diese auch in Supermärkten oder Reformhäusern zu kaufen?

    Ist (schwach) entöltes Kakaopulver eigentlich auch roher Kakao? Oder wo besteht da der Unterschied?

    Liebe Grüße
    Denise

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Denise,
      den rohen Kakao kannst du online, im Reformhaus oder im Bio-Supermarkt kaufen. Rohes Kakaopulver ist gar nicht entölt, das ist leider nicht das gleiche wie stark / schwach entöltes Kakaopulver.
      Liebe Grüße,
      Hannah

  • Ein schöner Post. Ich werd da wohl in Zukunft immer dreimal drüber nachdenken, wenn meine Hand wieder zur Schokolade wandert :D Ich mag nämlich auch die Milchschokolade am liebsten, die schmeckt einfach am leckersten! Mein Papa mag immer die ganz hochprozentige Bitterschokolade, brr. Aber wie gesagt, vielleicht werde ich mich dem Thema in Zukunft mehr annähern :)

  • Dana sagt:

    Hallo Hannah,
    wo kaufst Du denn Deine superfoods? D.h. bei welchem online Shop? Weiss gerade nicht, wo ich es am besten kaufe.
    Vielen Dank und liebe Grüsse, Dana

  • Amy sagt:

    Gut, dass Du über die Nibs spricht. Ich habe sie schon öfter gesehen, aber wusste nicht so richtig, was ich damit anstellen sollte. Aber jetzt hast Du mich überzeugt und ich packe sie beim nächsten Einkauf mit ein. Schmecken bestimmt super in Porridge ala Banana Split. Wie sind die Kakaonibs denn von der Konsistenz her?

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Amy,
      Kakaonibs sind ja Kakaobohnen, nur eben in kleinen Stücken – die Konsistenz ist dementsprechend fest und nicht weich wie Schokolade.
      Probier sie einfach mal aus :-)
      Liebe Grüße,
      Hannah

  • Ilona sagt:

    Liebe Hannah,

    toll, was du für einen Blog erstellt hast! Ich habe ihn gerade erst gefunden und ich bin begeistert!
    Ich habe erst vor kurzem angefangen mich mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen, dafür möchte ich diese Lebensweise aber richtig durchziehen und esse so schon seit einer Woche keinen Zucker.

    Mich würde mal interessieren, welche Art von Kakao ich benutzen kann, um zum Beispiel meinen Haferflocken einen interessanteren Geschmack zu geben.. sind Backkakao aus dem Supermarkt und dein rohes Kakaopulver dasselbe? Welches würdest du benutzen für das Würzen von Speisen?

    Liebe Grüße,
    Ilona

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Ilona,

      danke für deine lieben Worte! :-)
      Backkakao ist kein roher Kakao, nein. Roher Kakao schmeckt noch viel weniger süß. Du findest ihn z.B. im Bio-Supermarkt, im Reformhaus oder online. Ich nutze aktuell diesen hier.

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Ernährungsumstellung!

      Liebe Grüße,
      Hannah

  • ganzdickeoma sagt:

    Den Kakao habe ich mir jetzt auch gekauft. Ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber er schmeckt mir ganz gut. Die Nibs habe ich mir auch gekauft und hatte an etwas schokoladiges gedacht. Aber die sind ziemlich herb für meinen Geschmack. Habe sie aber jetzt in meinen Smoothie getan und da schmecken sie echt gut. Ab und zu knabbere ich ein paar (1 Tl voll), um von meiner Schoki-Sucht wegzukommen. Man gewöhnt sich dran und inzwischen finde ich sie nicht mehr so seltsam. Ich denke, das ist wirklich Sucht, dieses schokoladige, Süße. Und weil ich ja seit zwei Jahren versuche, gesund zu leben, ist das genau das Richtige. Danke für die Informationen.

  • Claudia Glöckner-Nierhauve sagt:

    Hallo Hanna, lese diese Seite mit Begeisterung. Eine Frage, kann ich den Rohkakao mit heißem Wasser aufgießen , oder nimmt er dann Schaden? Danke für die Antwort

  • s☀r☀ sagt:

    Liebe Hannah,
    isst Du die Kakaobohnen mit Haut/Schale? Oder soll man grundsätzlich die zähe Schale entfernen? Danke für eine kurze Rückmeldung!
    Kakaobohnen machen glücklich *.*

    Lieben Gruß, s☀r☀

  • Maximiliane sagt:

    Hi Hannah,

    danke für die tollen Inspirationen! Ich habe mir nun auch endlich mal Kakaonibs bestellt. Leider haben meine jedoch einen ganz unangenehmen Beigeschmack – fast wie gegoren. Ist das normal? Schade – hatte mich so darauf gefreut.

    Liebe Grüße
    Maximiliane

    • Hannah Frey sagt:

      Hallo Maximiliane,
      ja, roher Kakao schmeckt ein wenig bitter, der Zucker fehlt halt. Ich mag ihn ganz gerne, aber das ist natürlich Geschmackssache :-(
      Liebe Grüße,
      Hannah

  • Laura sagt:

    Hallo Hannah,

    vielen Dank für deine tolle Arbeit. Ich habe noch eine Frage und zwar, ob es da große Unterschiede zwischen den einzelnen Marken gibt, die Kakaonibs anbieten? Da es preislich doch Unterschiede gibt, bin ich mir unsicher, ob sie sich qualitativ unterscheiden bzw. auf was ich achten sollte.
    Liebe Grüße und danke schon mal,
    Laura

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