Yoga-Ausbildung: Mein Weg zur Vinyasa Power Yoga-Lehrerin

Fast ein Jahr habe ich nach einer Ausbildung zur Yogalehrerin gesucht, die zu mir passt. Sie sollte nicht zu spirituell angehaucht sein und in Hamburg stattfinden. Ich wollte keinen Vier-Wochen-Crashkurs, aber auch keine drei- oder vierjährige Ausbildung. Die Grundausbildung mit einem Volumen von 200 Stunden wollte ich gerne in einem Jahr absolvieren. Und Power Yoga sollte es natürlich sein! Und idealerweise sollte die Ausbildung von der American Yoga Alliance (AYA) zertifiziert sein. Schnell habe ich einige Anbieter ausgeschlossen und Ende 2013 einen Anbieter gefunden, der zu mir passt.

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Unit_Yoga_2   Fotos: UNIT Yoga

Entschieden habe ich mich für die 200h Vinyasa Power Yoga Ausbildung AYA bei UNIT Yoga in Hamburg. UNIT Yoga wurde 2008 von Romana und Holger Zapf in Wiesbaden gegründet. Mittlerweile gibt es einen zweiten Standort in Hamburg-Eppendorf. Das Yogastudio befindet sich in der Ludolfstraße, direkt an der Alster, im Erdgeschoss eines wunderschönen Altbaus mit Garten. Die Farben des Studios sind hell gehalten, im großen Raum sind weiße Vorhänge, ein schöner Ofen, ein toller Kronenleuchter und ein toller Parkettboden. Wirklich schade, dass die Räume schon vermietet sind – ich würde dort sofort einziehen! :-)

Gemeinsam mit einem Team aus erfahrenen Yogalehrern bieten Romana und Holger in Wiesbaden, Hamburg und Leipzig Ausbildungen an. Neben der 200h-Ausbildung besteht auch die Möglichkeit, erst einmal 100h Ausbildung zu machen, oder anschließend die 300h-Ausbildung aufzusatteln. Auch Ausbildungen zur Kinderyogalehrerin sowie für pre- und postnatales Yoga werden angeboten.

Was in meinen Augen für die Ausbildung spricht, ist, dass versäumte Stunden nachgeholt werden können. Die Ausbildung findet ein Jahr lang jeweils ein Wochenende pro Monat statt. Wenn man an einem Wochenende nicht teilnehmen kann, kann man dieses Wochenende entweder in einer der beiden anderen Städte oder ein halbes Jahr später im nächsten Ausbildungsgang nachholen. Das ist leider nicht bei allen Anbietern der Fall – so habe ich  beispielsweise öfter gelesen, dass versäumte Stunden nicht nachgeholt werden können und man in diesem Fall am Ende kein Zertifikat erhält. Bei dem Preis, den eine solche Ausbildung kostet, finde ich persönlich das untragbar.

Ein weiterer Aspekt, der meine Entscheidung beeinflusst hat, war, dass ich während der Ausbildungszeit kostenlos an den Yogaklassen im Unit Yoga teilnehmen kann. Das war übrigens auch ein Grund, weshalb ich meine Mitgliedschaft im Fitnessstudio beendet habe. Zudem können wir Schüler in der unterrichtsfreien Zeit die Räume des Studios zum Üben benutzen.

Am vergangenen Wochenende ging es also los. Endlich fand der erste Teil meiner Ausbildung zur Yogalehrerin statt. Natürlich war ich ein wenig aufgeregt und gespannt, was mich erwarten würde. So habe ich mich früh morgens mit meiner neuen Yogatasche, meiner Yogamatte, Schreibzeug und Verpflegung auf den Weg nach Eppendorf gemacht. Angekommen, machte ich mich gemeinsam mit 20 anderen Frauen also auf den Weg zur Yogalehrerin. Das Thema des ersten Wochenendes war ganz schlicht „Vinyasa Power Yoga Basic 1“. Die 12 Termine sind wie folgt aufgeteilt:

  1. Vinyasa Power Yoga Basic 1
  2. Vinyasa Power Yoga Basic 2 (Basic-Diplom)
  3. Die Yoga Sutras von Patanjali
  4. Adjustments und Korrekturen
  5. Anatomie und Bewegungslehre
  6. Pranayama
  7. Chakrenlehre
  8. Meditation
  9. Funktionelle Anatomie
  10. Geschichte und Philosophie
  11. Vinyasa Krama
  12. Prüfung

An diesem Wochenende haben wir eine Einführung in die Geschichte des Yogas erhalten, wir haben die Entstehung des Power Yogas gelernt und über Prana und die Atmung gesprochen (Ujjayi-Atmung und tiefe Bauchatmung). Das erste Skript, das wir bekommen haben, ist übrigens auch klasse. Alles, was wir besprochen haben, ist dort noch einmal sehr gut und ausführlich beschrieben, alle Asanas sind sogar auf Bildern dargestellt. Außerdem bekommen wir einen Online-Zugang, wo noch weitere Dateien, Videos etc. für uns hinterlegt sind, sodass wir zu Hause noch besser üben können! Den größten Teil hat aber natürlich nicht die Theorie, sondern die Praxis und das Üben eingenommen. Angefangen haben wir mit einer Basic Stunde für Anfänger (Level 1). Nach dem praktischen Teil haben wir den Aufbau der Stunde detailliert besprochen und das eigenständige Anleiten der Stunde geübt. Es ist wirklich Wahnsinn, worauf man alles achten muss! Obwohl ich Erfahrung im Anleiten von Entspannungsübungen habe, muss ich sagen, dass das Anleiten einer Yogastunde nochmal etwas ganz anderes ist. Gar nicht so einfach, die Asanas und die Atmung plötzlich mit den eigenen Worten zu beschreiben. Am Wochenende war das Wetter ja traumhaft und so konnten wir auch den wunderschönen Garten nutzen und dort bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher das Anleiten der Asanas üben.

Am Sonntag habe ich die Mittagspause dann – ebenfalls mit anderen Mädels – auf dem Eppendorfer Landstraßenfest verbracht. Als das Ausbildungswochenende dann am Sonntag gegen 15.30 Uhr beendet war, war ich doch erst einmal froh. Denn alles in allem war das Wochenende zwar sehr schön, aber auch sehr anstrengend – mental und körperlich. Was übrigens körperlich für mich am schlimmsten war: das lange Sitzen auf den Meditationskissen während der Theorie. Dass das eine super Übung für den Rücken ist, ist klar, aber wenn man sonst viel auf Stühlen mit Rückenlehne sitzt, ist es eine echte Herausforderung, so lange ohne Lehne zu sitzen. Ich bin gespannt, wie es meinem Rücken am Ende der Ausbildung geht und ob er sich daran gewöhnt hat.

Übrigens waren während des kompletten Wochenendes noch vier oder fünf Lehrerinnen anwesend, die Romana unterstützt haben (z.B. beim Adjusten, also den Hilfestellungen bzw. der Ausrichtung der Schüler). Auch das fand ich sehr angenehm und positiv.

Yoga Ausbildung 200h

Hausaufgaben müssen wir übrigens auch machen. Eine regelmäßige Yogapraxis wird natürlich erwartet. Am Ende der Ausbildung müssen wir 50 Stunden Unterricht nachweisen, also durchschnittlich einmal pro Woche einen Kurs besuchen. Was ebenfalls sehr positiv ist: die Vinyasa Power Yoga Stunden werden im UNIT genauso angeleitet, wie wir es in der Ausbildung lernen, was uns beim Lernen natürlich hilft! An den Tagen, an denen wir keinen Kurs besuchen, sollen wir 10 bis 15 Minuten zu Hause praktizieren. Außerdem sind Buchreporte Bestandteil der Ausbildung. Bis zum Ende der Ausbildung müssen fünf Bücher gelesen und dazu Zusammenfassungen erstellt werden. Bis zum zweiten Wochenende sollen wir „Yoga. Heilung von Körper und Geist jenseits des Bekannten“* von T.K.V. Desikachar lesen, was ich in den nächsten Wochen machen werde.

Gestern habe ich dann direkt eine Hatha-Yogastunde bei UNIT Yoga besucht, die auch klasse war. Ich habe das Gefühl, mich genau richtig entschieden zu haben und bin gespannt, wie es im Juni weitergeht. Ich freue mich sehr, tiefer ins Yoga einzusteigen! Am kommenden Wochenende steht übrigens wieder eine Weiterbildung an, dieses Mal aber in Berlin. Nach dem Wochenende geht es hier auf dem Blog weiter! :-)

EDIT (18.04.2016): Mittlerweile habe ich die Ausbildung abgeschlossen und befinde mich in der +300h Aufbauausbildung. Alle Beiträge rund um die Ausbildungen findet ihr hier gesammelt.

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